Müll- und Schadstofffrei durch den Monatszyklus

Die Regel zu haben ist für Frauen oft gar nicht so angenehm. Bei einigen ist sie mit Schmerzen verbunden, andere haben extreme Stimmungsschwankungen und wieder andere haben überhaupt keine Probleme damit.

Was aber ein Problem ist, ist der Müll der dabei entsteht, wenn wir alle 28 Tage mehrmals täglich Binden oder Tampons wegwerfen. Unterm Monat kommen dann oft noch Slipeinlagen zum Einsatz, die das Ergebnis nicht unbedingt besser machen.

Meist sind diese sogenannten Hygieneartikel auch noch aus chemisch behandelter Baumwolle, kombiniert mit verschiedenen Kunststoffen, die wir Frauen uns freiwillig an eine so empfindliche Körperstelle legen, beziehungsweise sogar in unseren Körper einführen!

Ganz ehrlich, als mir das bewusst wurde, wusste ich, dass ich da etwas für mich ändern musste.

Um euch einen Einblick in die verschiedenen Möglichkeiten zu geben habe ich euch im Folgenden aufgelistet, was es so an körper- und umweltfreundlicheren Alternativen gibt.

Menstruationstasse

Mein erster Versuch, den Müll während meiner Tage zu reduzieren, war die Menstruationstasse (auch Menstruationscup genannt). Das ist eine kleine Tasse aus medizinischem Silikon (also kein bedenklicher Kunststoff), die ähnlich wie ein Tampon eingeführt wird. Allerdings wird das Blut nicht aufgesaugt sondern aufgefangen. Dadurch trocknet die Scheide auch nicht wie bei Tampons aus, was für den Körper wesentlich besser ist.

Anstatt den Tampon zu wechseln wird die Tasse ausgeleert, ausgewaschen und wieder eingeführt.

Der Großteil der Netzfunde bezüglich Kritik ist positiv, also scheint es für viele Frauen super zu funktionieren. Mir persönlich taugt dieser Weg der Monatshygiene nicht so sehr. Ehrlich gesagt tut mir die Tasse weh und ich habe Probleme beim einführen, wobei ich aber sehr ähnliche Probleme bei Tampons habe 😉

Stoffbinden

Sie sind mein absoluter Favorit. Man verwendet sie wie Wegwerfbinden auch, nur schmeißt man sie eben nicht weg, sondern wäscht sie. Dazu wäscht man sie erstmal kalt per Hand (damit das Blut keine Flecken hinterlässt – so wie man es bei einer „verunfallten“ Unterhose auch machen würde) und dann können sie bei 60°C in die Waschmaschine.

Man kann sie selbst nähen, im Internet bestellen, aber auch immer mehr Zero-Waste-Läden und Greißlereien führen sie. Je nach Stärke der Blutung oder auch nach den persönlichen Vorlieben kann man zwischen verschiedenen Dicken und Größen variieren.

Bei sehr starken Blutungen kann ich Binden mit PUL-Einsatz empfehlen. PUL ist ein Kunststoff, der verhindert, dass das Blut bis zur Unterwäsche durchsickert.

Stoffslipeinlagen

Slipeinlangen aus Stoff sind quasi wie die Stoffbinden. Nur eben dünner. Da sie ja nicht mit Menstruationsblut in Berührung kommen, muss man sie vor dem Waschen in der Maschine nicht unbedingt einweichen.

Stoffies (Binden sowie Einlagen) halten im Normalfall einige Jahre, wodurch sich die Investition wirklich auszahlt und man kann hier auf Bio-Stoffe achten, wenn man möchte.

Wetbag

Diese Tasche kommt bei mir unterwegs zum Einsatz. Schließlich müssen benutzte Binden und Slipeinlagen aus Stoff auch irgendwie wieder nach Hause transportiert werden, ohne die Tasche voll zu sauen. In Shops, in denen man Stoffbinden und Co. (aber auch in Läden, die Stoffwindeln verkaufen, die sind aber dementsprechend größer) erhält , bekommt man auch Täschchen, die innen eine PUL Schicht haben, damit die Handtasche geschützt wird und man das Täschchen auch super reinigen kann.

Freies Menstruieren

Das ist etwas, womit ich selbst keinerlei Erfahrungen habe, da ich nicht das nötige Körpergefühl dafür habe, aber trotzdem möchte ich es euch, soweit ich kann, vorstellen, denn bei dieser Form der Monatshygiene werden gar keine Utensilien gebraucht.

Einige Frauen schaffen es wohl, zu spüren (und dementsprechend rechtzeitig auf die Toilette zu gehen), wann der nächste Schub Menstruationsblut kommt. Die Gebärmutter blutet während der Monatsblutung ja nicht in einem durch, sondern stößt die Schleimwand in Schüben ab. Wer spürt, wann es wieder „soweit“ ist, hat somit die Möglichkeit, auf dem WC entspannt zu bluten und den Rest der Zeit ohne Tampons, Binden oder Ähnlichem auszukommen.

Wie sehr das im (Berufs-) Alltag umsetzbar ist, ist eine andere Frage, aber wer weiß, vielleicht funktioniert es ja für jemandem von euch 🙂

Edit: Eine liebe Freundin hat mir geschrieben: „Ich hab das jetzt ein  paar Monate ausprobiert und muss sagen, dass das ganz gut funktioniert – Tampons benutze ich jetzt nur noch an einem Tag, nämlich dann wenn die Blutung am stärksten ist. Ansonsten komme ich ziemlich ohne irgendetwas aus. Wenn gerade kein Klo in der Nähe ist braucht man halt eine gute Beckenbodenmuskulatur und das wird manchmal ein bisschen anstrengend, deshalb nehme ich ab und zu sicherheitshalber eine Slipeinlage, wenn ich weiß, dass ich die nächsten paar Stunden nur schlecht die Möglichkeit habe, aufs Klo zu gehen. So grundsätzlich hat sich mein Tampon – und Bindenverbrauch aber locker um das fünffache reduziert“

Was verwendet ihr? Wie zufrieden seid ihr? Und gibt es vielleicht noch eine Alternative? Lasst es mich wissen!

Gruß und Kuss,

PiusLucius

7 Kommentare zu „Müll- und Schadstofffrei durch den Monatszyklus

  1. Vielen Dank für deinen Blog.

    Ich bin Herstellerin von Binden, Slipeinlagen und wer Produkte mit Liebe in Bayern genäht möchte, darf gerne auf meiner Homepage vorbei schauen 🙂
    Stoffbinden kuschlig weich und lustig bunt aus BioBaumwolle für mehr Weiblichkeit.

    Kuschlige Tage wünscht
    Stefanie von ALMO

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  2. Ich persönlich bin auch vor kurzem auf Tassen umgestiegen und liebe sie. Da die MeLuna eben nicht aus Silikon ist, ist die mir zu weich und zu verformbar und beim einführen nicht komplett empfindungsfrei aber mit der Tasse fühl ich mich wohler. Mein Verhältnis zur Periode und zum Körper hat sich auch sehr zum positiven verändert 🙂
    Lg Louisa

    PS: was ist eine greißlerei?

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  3. Ein toller Beitrag, auch ich versuche Müll zu reduzieren und habe dazu schon vieles umgestellt. Die Meinstruationstasse habe ich jetzt seit etwa einem Jahr und bin sehr zufrieden. Man muss sich natürlich etwas an die Handhabung gewöhnen, aber sie hat einfach viele Vorteile.

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