Der Seelenbrecher von Sebastian Fitzek – Kurzrezension

„Der Seelenbrecher“ ist der erste Psychothriller von Sebastian Fitzek, den ich gelesen habe. Ich ging mit wenigen Erwartungen an das Buch heran, da ich mir überhaupt nicht vorstellen konnte, wie der Autor schreibt.

Seinen Verkaufszahlen nach zu urteilen, scheinen seine Geschichten aber Anklang zu finden.

Die Eckdaten:

ISBN: 978-3-945386-42-2

erschienen 2008 im Knaur Taschenbuchverlag

meine Ausgabe: 2. Auflage Februar 2017, Lizenzausgabe des Verlags Eder & Bach GmbH, München

288 Seiten

Der Klappentext:

Drei Frauen – alle jung, schön und lebenslustig – verschwinden spurlos. Nur eine Woche in den Fängen des Psychopathen, den die Presse den >>Seelenbrecher<< nennt, genügt: Als die Frauen wieder auftauchen, sind sie psychisch gebrochen – wie lebendig in ihrem Körper begraben. Kurz vor Weihnachten wird der Seelenbrecher wieder aktiv, ausgerechnet in einer psychiatrischen Luxusklinik. Ärzte und Patienten müssen entsetzt feststellen, dass man den Täter unerkannt eingeliefert hat, kurz bevor die Klinik durch einen Schneesturm völlig von der Außenwelt abgeschnitten wurde.

Der Thriller selbst ist eine Patientenakte, welche ein Professor für eine „Studie“ seinen Studenten vorlegt.

Ein Textausschnitt:

03.26 Uhr

Es war ein Ballett des Grauens, aufgeführt von einem verwahrlosten Wahnsinnigen, der sich nicht mehr unter Kontrolle zu haben schien. Caspar kam es vor, als laufe die Inszenierung des Totentanzes in Zeitlupe vor ihm ab, doch in Wirklichkeit dauerte alles nur wenige Sekunden.

Es begann damit, dass Brucks Mund sich öffnete, langsam und kaulquappengleich. Sein linkes Bein zitterte spastisch, er hob den Fuß an und ruderte gleichzeitig mit beiden Armen, augenscheinlich, um das Gleichgewicht zu halten, was ihm aber wenig nutzte.

Dann krümmte er sich, als hätte ihm jemand einen Magenschlag versetzt, ein Arm erstarrte in der kreisenden Bewegung, der andere versuchte seinen Fuß zu berühren.

Bruck drehte sich, als wolle er, dass Caspar seine kümmerlich behaarten Beine von der Seite begutachten könne, und dadurch sah er sie.

Mein persönliches Fazit:

Wie bereit erwähnt, ging ich dieses Buch ohne große Erwartungen an. Anfangs fiel es mir ziemlich schwer, mich in die Geschichte einzufinden. Nach ein paar Kapiteln, als der „Horror“ begann, war ich dann aber so tief in die Geschichte versunken, dass ich zwischen den Abschnitten immer wieder (auch größere) Pausen einlegen musste, um zu verarbeiten, was ich gerade gelesen hatte.

Gegen Ende konnte ich das Buch dann aber doch nicht mehr so gut aus den Händen legen.

Spannend fand ich, dass Fitzek es geschafft hat, mich immer wieder auf die richtige „Fährte“ zu führen, um mich dann, als ich glaubte zu wissen, was die Hintergründe der Taten und der Studie waren, mit einem oder zwei Sätzen wieder von diesen Ideen abzubringen. Und das mehrmals!

 

Ich bin auf alle Fälle (wieder) auf den Geschmack gekommen, was Thriller betrifft und werde auch bestimmt ein weiteres Werk von Sebastian Fitzek lesen.

 

Gruß und Kuss

PiusLucius