Wie man jeden Tag gegen seine Depressionen kämpfen kann

Hallo meine Lieben! Ich hoffe, es geht euch gut 🙂

Heute gibt es mal wieder was zum Thema “psychische Gesundheit“. Genauer gesagt, soll es um Depressionen gehen und was man selbst jeden Tag tun kann, damit sie leichter werden.

(ACHTUNG! Diese Punkte können euch helfen, ersetzen aber keinesfalls professionelle Hilfe. Sollte es euch nicht gut gehen, dann wendet euch bitte an einen Arzt oder einen Therapeuten.)

Aufstehen

Das klingt für viele vielleicht ein bisschen absurd. Aber ja, ihr lest richtig.

Bei Depressionen ist es sehr wichtig, täglich aus dem Bett zu kommen. Nicht nur, um aufs Klo zu gehen. Morgens aufstehen (egal, ob man einen Termin hat oder nicht), sich waschen und anziehen.

Je nach Schwere der Depression ist das schon eine ziemliche Herausforderung, aber gerade wenn es einem sehr schlecht geht, ist das ein sehr wichtiger Schritt.

Bewegung

Bewegung hat mir bis jetzt immer sehr gut geholfen. Mittlerweile gehe ich sehr gerne und nach Möglichkeit regelmäßig zum Sport, da ich merke, wie er meiner Seele gut tut.

Ihr müsst aber gar nicht zum Marathonläufer werden, um gegen eure Depressionen zu kämpfen. Es reicht schon, wenn ihr jeden Tag eine Runde spazieren geht.

Schnappt euch also einen Freund oder Kopfhörer und raus mit euch 😉

Gesundes Essen

Gesunde Ernährung ist essentiell. Sie gibt unserem Körper Kraft und die brauchen wir. Vor allem, wenn unsere Psyche keine Kraft mehr hat, schließlich hängen Körper und Seele eng zusammen.

Viel frisches Obst und Gemüse empfehle ich euch an dieser Stelle. Vor allem, wenn es mir schlechter geht, versuche ich mich dazu zu zwingen, mich mit meinem Essen zu beschäftigen. Wenn ich (zu viel) Junkfood esse, geht es mir auffallend schlechter.

Obstsalat

Positives festhalten

Mir hilft es wahnsinnig viel, Erlebnisse und Momente festzuhalten, in denen ich glücklich war. Zum Beispiel jeden Tag eine Sache aufschreiben, für die ich dankbar bin.

Vor kurzem hat mir meine liebste Freundin ein Glas geschenkt, in das ich die Glücksmomente werfe, die ich vorher auf kleine Zettel geschrieben habe.

So beschäftige ich mich bewusster mit den positiven Dingen im Alltag und wenn es mir schlechter geht, kann ich mir die Erinnerungen immer wieder ins Bewusstsein rufen.

Vielleicht wäre das ja auch was für euch?

Raus in die Natur

Geht jeden Tag raus und so oft wie nur möglich in die Natur. Und wenn ihr euch dort nur auf eine Parkbank setzt, dann ist das auch okay. Hauptsache ihr bleibt nicht permanent in euren vier Wänden, sondern schnappt frische Luft.

Soziale Kontakte

Ein weiterer wichtiger Punkt im täglichen Kampf gegen die Depressionen? Kontakte pflegen!

Oft ist es gar nicht so einfach, seine Freunde regelmäßig zu treffen, aber es tut gut, wenn man regelmäßig in Kontakt ist.

Schnappt euch also euer Handy und ruft eure Liebsten an und schreibt ihnen doch einfach mal, wie lieb ihr sie habt. Und weil’s schon so gut läuft, trefft euch doch auf einen Kaffee oder Kocht gemein etwas Gutes!

Ziele setzen

Ein großes Problem bei Depressionen ist die Antriebslosigkeit. Dieser muss man entgegen steuern.

Auch wenn es hart ist, setzt euch kleine Ziele (am besten welche, die ihr noch am gleichen Tag umsetzen könnt) und wenn es euch besser geht, steigert sie Schritt für Schritt.

Kleine Erfolge feiern

Und wenn wir uns Ziele setzen, haben wir ja auch vor sie zu erreichen. Wichtig ist es, sich dafür auch ein bisschen zu belohnen. Und damit meine ich nicht nur die großen Erfolge, nein, die entstehen ja auch nur durch viele kleine Schritte, die man erledigen muss. Meistens zumindest.

Ein Kollege hat mir mal erzählt, dass er ein ,,Erfolgstagebuch“ führt, in dem er alles aufschreibt, was er an dem Tag geschafft hat. Und sei es nur, dass er aufgestanden ist und sich fertig gemacht hat.

Probiert es doch einfach mal aus!

PiusLucius

Ich hoffe, dass euch diese Punkte ein bisschen helfen konnten. Wie kämpft ihr gegen eure Depressionen? Welche Tipps habt ihr?

Gruß und Kuss,

PiusLucius

Panik und Selbsthass – Gefühlskarussell – das neue Format |PiusLucius

Willkommen im neuen Format „Gefühlskarussell“!

Hier könnt ihr Ausschnitte aus meinem Tagebuch und auch Gedankenprotokollen lesen.

Warum ich mich hier so öffne? Naja, mir wurde schon öfter gesagt (im privaten Umfeld, aber auch von Lesern), dass es schwer ist, sich in den Alltag einer psychisch erkrankten Person hineinzuversetzen. So versuche ich ein bisschen mehr Verständnis in die Gesellschaft einzubringen.

Natürlich sind das von mir bewusst gewählte Ausschnitte, die für euch interessant sein könnten, aber mich trotzdem noch als Privatperson existieren lassen.

 

Montag 11.09.17

Die letzten Tage waren anstrengend. Am Wochenende war das Mittelalterfest in Eggenburg. Es war schön und den Großteil der Zeit haben mich die Menschenmengen und die hohen Lautstärken nicht sonderlich gestört. Aber dann plötzlich, als wir uns zu einer Bude stellten, weil ein Teil der Gruppe sich etwas zum Essen holen wollte, da kam die Nervosität. Sie entwickelte sich nur ganz knapp nicht zur Panik. Ich habe mich auf meinen Atem konzentriert und habe still vor mich hin gezählt. Es hat geholfen. Auch dass ich Davor gesagt habe, was los ist, hat gut getan. Aber trotzdem waren diese Minuten sehr kräfteraubend.

Gestern Abend ging es mir auch wirklich nicht gut. Den ganzen Tag über haben meine Gefühle geschwankt. Ein Gespräch, das ich am Samstag mit meinem Freund geführt habe, ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Gegen Abend wurde es immer schlimmer, bis sich Schuldgefühle in mir festgesetzt haben. Erinnerungen kamen hoch, die ich am liebsten für immer aus meinem Kopf verbannen würde.

Ich konnte lange nicht einschlafen. Ich war zwar müde, hatte aber zu große Angst vor den Träumen, die in solchen Nächten häufig vorkamen. Irgendwann konnte ich mich zum Glück genug entspannen, um die Augen zu schließen und bin dann auch schnell eingeschlafen.

 

 

Dienstag 12.09.2017 (Gedankenprotokoll)

16:31

Unterricht

Nervös, unruhig

Ich mag hier weg. Es sind so viele Menschen hier.

Sie sollen leise sein

 

Freitag 15.09.17

Ich bin in den letzten Tagen irgendwie sehr unruhig. Ich kann es mir nur teilweise erklären.

Gestern hat mich eine wahnsinnige Angst vor den kommenden Monaten überfallen. Im Winter ist es ja immer recht finster und die Kälte zusätzlich macht mir auch oft zu schaffen. Hoffentlich überstehe ich diese Zeit gut. 

Mein Hoffnungsschimmer ist da die Weihnachtszeit. Die mag ich. Da gibt es Kekse, heißen Tee und bunte Lichter überall!

 

Montag 18.09.17

[…]

Heute bin ich wieder leicht nervös. Die vielen Geräusche überall machen mich momentan regelrecht wahnsinnig!

Das Wochenende war anstrengend. […] Da ging es mir auch gar nicht gut. Ich habe mich sehr einsam gefühlt und viel geweint. Irgendwann kam dann auch der Selbsthass. Ich war wütend auf mich, weil ich teilweise bei so alltäglichen und normalen Dingen so arge Probleme hab.

Gestern ging es mir dann schon viel besser. War bei Davor und wir haben uns „Coraline“ angeschaut. Bis auf den Frust durch die Regelschmerzen war die Verzweiflung weg.

 

Ihr wollt mehr von mir lesen? Dann schaut doch mal bei meiner Facebook-Seite vorbei, da halte ich euch immer auf dem Laufenden.

Gruß und Kuss, 

PiusLucius

 

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Andere Wege gehen – PiusLucius

Andere Wege gehen – den richtigen Weg gehen?

 

Ich gehe nicht den üblichen Weg. Den Weg, der einfach geradeaus geht. Gymnasium, Matura mit 18, Studium.

Ich bin jetzt 20 Jahre alt und mache meinen Abschluss nach. Am Anfang hat es sich angefühlt, als hätte ich versagt. Warum schaffe ich es nicht in der normalen Tagesschule? Bin ich etwa zu dumm? Bin ich nicht geeignet für höhere Schulen? Hätte ich doch eine Lehre machen sollen?

Zweifel und Verzweiflung waren einige Wochen mein ständiger Begleiter und auch heute kommen immer wieder leise Zweifel auf. Aber ich weiß jetzt, dass dieser Weg für mich der Richtige ist. Auch wenn ich lieber in den 12 Jahren Unterricht fertig gewesen wäre und jetzt am Liebsten von der Universität sprechen würde, weiß ich, dass dieser Weg auf lange Sicht der Beste für mich und meine Bedürfnisse ist.

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Geht euren eigenen Weg!

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Seid stolz auf euch!

Den Abschluss nachzumachen ist keine Schande! In meinen Augen zeugt das sogar von Kraft und Motivation, schließlich ist das kein Zuckerschlecken und die wenigsten brechen die Schule aus Jux und Tollerei ab. Meistens gibt es einen guten Grund dafür. Wenn man sich dann aber aufrafft und neu startet, ist das wirklich mutig und es gibt nichts, wofür man sich schämen sollte.

 

Ich wünsche euch alles Gute!

 

Gruß und Kuss,

PiusLucius

 

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Therapie ist nicht immer einfach

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Aber Therapie ist auch nicht immer einfach.

Das Aufarbeiten von Ängsten und Problemen ist schließlich nicht in einer Sitzung abgeschlossen. „Die Therapie passiert zwischen den Sitzungen.“, wurde mir einmal gesagt. Und die Person, die das sagte, hatte vollkommen recht! Schließlich durchdenkt man das Thema zu Hause nochmal und ist sich so manchem Problem mehr bewusst als zuvor.

Aber nicht nur zwischen den Sitzungen ist so eine Therapie nicht immer einfach!

Nein, manchmal stößt man auch während der Einheit gegen Mauern. Manchmal fühlt es sich an, als würde man aneinander vorbei reden. Manchmal traut man sich vielleicht nicht, ein Thema anzusprechen, dass einem am Herzen liegt. Manchmal kann es auch sein, dass man sich einfach nicht verstanden fühlt.

Zumindest geht es mir so. Wie gesagt gehe ich sehr gerne zur Gesprächstherapie, denn ich spüre, wie sie mir langfristig gut tut! Doch manchmal, da geht es mir danach so gar nicht gut.

Da ist es mir oft wichtig, mit jemand anderem darüber zu reden.  Und es schadet auch nicht, bei der nächsten Sitzung mit dem Therapeuten zu besprechen, was gestört hat oder wie man sich gefühlt hat. Schließlich können einem auch Leute vom Fach nicht hinter die Stirn schauen.

Zwischen den Sitzungen hilft mir oft ein Gedankenprotokoll – was das ist und wie man es führt werde ich euch in einem weiteren Beitrag erklären.

 

Gruß und Kuss,

PiusLucius