Schritt für Schritt zu weniger Müll

Der übervolle Mistkübel. Wer kennt ihn nicht?

Bis vor einiger Zeit hat mich das gar nicht so sehr gestört. Schließlich wird der Müll regelmäßig von Männern in leuchtender Uniform abgeholt. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Mit der Zeit fand bei mir allerdings ein Umdenken statt. Der Müll muss nicht nur irgendwie vernichtet werden (und landet entweder in der Atmosphäre oder in den Weltmeeren), sondern es muss auch Ersatz produziert werden. Das braucht Unmengen an Ressourcen!

Ressourcen, mit denen wir umgehen, als wären sie unendlich vorhanden. Doch das sind sie nicht, ganz im Gegenteil.

Doch wie kann ich diesem Wahnsinn entgegen wirken?

Natürlich kann ich nicht von heute auf morgen keinen Müll mehr produzieren.

Viele Gewohnheiten und auch ein finanzieller Aspekt lassen es nicht zu, radikal mein Leben zu verändern.

Aber Schritt für Schritt kann ich meinen Müll reduzieren.

So besitze ich Glasflaschen in unterschiedlichen Größen, die meine täglichen Begleiter geworden sind. Eine Wasserleitung findet sich meistens um sie wieder aufzufüllen. So erspare ich es mir, Getränke für viel Geld in ungesunden Plastikflaschen zu kaufen, die noch dazu die Umwelt verschmutzen.

Beim Einkaufen – oder auch wenn ich länger unterwegs bin – habe ich immer eine Stofftasche dabei. Die verbraucht wirklich nicht viel Platz und ganz ehrlich, wozu sollte ich immer wieder Plastiksackerl kaufen, die bei jeder größeren Belastung reißen?

Der Schritt zu den Stoffbinden war ein wesentlich schwierigerer. Es ist schließlich nicht unbedingt mein größtes Hobby, mein Menstruationsblut aus Stoff auszuwaschen. Aber ich bin wirklich begeistert! Abgesehen davon, dass ich die Vorstellung mittlerweile widerlich finde, mir mit Tonnen von Chemie bearbeitete Watte zwischen die Beine zu stecken, sehe ich auch sonst nur Vorteile.

Die Anschaffung ist zwar nicht ganz günstig (wobei man sich die ja auch selbst nähen kann, aber ganz ehrlich, ich bin an der Nähmaschine so unbeholfen, wie ein Erstklässler mit der Differentialrechnung). Aber die Binden und Slipeinlagen aus Stoff halten über Jahre, wodurch man sich auf Dauer doch ein schönes Sümmchen erspart.

Mir ist bei den konventionellen Binden auch immer wieder ein unangenehmer Geruch aufgefallen, der bei den Stoffies so gut wie gar nicht auftritt.

Einer meiner Lieblinge ist ja meine Zahnbürste aus Holz. Sie verwendet sich wie eine Zahnbürste aus Plastik, aber nach dem Wechseln schmeiße ich sie nicht in den Restmüll, sondern auf den Komposthaufen. Klingt zuerst gar nicht so sehr, nach viel Müll den ich mir hier erspare. Aber über die Jahre hinweg werden sich da so einige Bürsten ansammeln, die zu wertvoller Erde werden, anstatt verbrannt zu werden, oder sonst wo zu landen.

Vor ein paar Tagen ist auch ein wiederverwendbarer Coffee-to-go-Becher bei mir eingezogen. In den kann ich mir schon zu Hause einen heißen Tee oder Kaffee füllen und ihn ohne Probleme mitnehmen. Unterwegs kann ich ihn mir in eigentlich jeder Bäckerei auffüllen lassen und oft gibt es sogar ein paar Cent Ermäßigung. So spare ich Geld (weil ich den Becher daheim schon fülle und nicht bei der Bäckerei vor der Haustüre) und habe ein besseres Gewissen, weil nicht schon wieder ein Pappbecher im Müll landet.

Feste Seifen findet man bei mir auch schon seit längerer Zeit und wenn bald möchte ich das Projekt Haare waschen mit Roggenmehl angehen. Wie viele Tuben, Tiegel und Flaschen in einem Badezimmer rumstehen ist ja doch sehr erschreckend. Dabei braucht man in der Realität eigentlich so gut wie nichts davon wirklich.

Genauso, wie mein alter Rasierer momentan seine letzten Dienste verrichtet. Danach wird ein Rasierhobel angeschafft, bei dem ich lediglich die Klinge wechseln muss, an der auch keinerlei Plastik vorhanden ist. (Wirklich müllfrei wäre da ja ein Rasiermesser, aber ich bin nicht unbedingt die Geduld in Person, wenn es darum geht, meine Beine zu enthaaren, da möchte ich kein Blutbad riskieren.)

Meine ersten Schritte zu weniger Müll sind also getan, aber es werden keinesfalls die letzten sein!

 

Gruß und Kuss,

PiusLucius

5 Kommentare zu „Schritt für Schritt zu weniger Müll

  1. Toller Beitrag! Eine Frage zur Zahnbürste: Ist deine aus Bambus? Ich wusste gar nicht, dass man die auch in den Kompost werfen kann. Es kommt aber wahrscheinlich auch darauf an woraus die Borsten sind (Meine Bambus Zahnbürste hat Borsten aus Nylon).

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    1. Vielen Dank! Nein, meine ist nicht aus Bambus und ich bin mir gerade nicht mehr sicher, welches Holz das ist (hab manchmal ein Hirn wie ein Sieb). Die Borsten sind bei mir aus Tierhaar, möchte aber bei der nächsten Bürste auf Bambus mit Bambusfasern umsteigen. Ob man die Bürsten in die Biotonne werfen darf, weiß ich nicht, wobei ich allerdings nicht wüsste, warum nicht (außer bei Kunststoffteilen). Ich habe im Garten einen eigenen Komposthaufen, auf den ich die Büsten schmeiße.

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  2. Man kann den Bürstenkopf einfach abknicken und die Nylonbörsten in den Restmüll werfen. So landet doch der größte Teil der Bürste im Kompost. Ich hatte zuerst eine mit Schweineborsten, aber das war wriklich eklig. Nicht nur, dass es unvegan ist, der Geruch der nassen Borsten und der muffelige Geschmack waren grässlich. Dazu kam, dass diese Borsten nach 3 Tagen Benutzung so schief standen, wie normalerweise erst nach mind. 4 Wochen.

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