3 Tage Triest – ein Reisebericht

Meine Liebste Freundin und ich beschlossen Anfang des Jahres wegzufahren. Schnell fiel die Entscheidung, dass es die italienische Hafenstadt Triest werden sollte – hier ein ehrlicher Bericht über unsere Reise.

Anfahrt

Wir fuhren vom Wiener Hauptbahnhof mit dem Nightjet bis nach Undine (etwa neun einhalb Stunden) und von dort mit einem weiteren Zug nach Triest (etwa eine Stunde).

Ich muss ganz ehrlich zugeben, es war eine sehr anstrengende Nacht, da ich mit zwei fremden Personen im Abteil nicht wirklich entspannen konnte und auf zusammengeschobenen Sitzen ist es auch nicht soo bequem.

Für den Preis (eine Auflistung der Kosten findet ihr am Ende des Beitrags) kann man sich aber auch nicht wirklich beklagen und durch das bisschen Schlaf vergingen die neun Stunden dann doch recht schnell.

Mit dem Zug von Udine nach Triest hatten wir auch Glück, da er trotz der vielen Pendler nicht überfüllt war.

Tag 1

Faszination Meer – immer wieder

Schon auf der Fahrt von Udine nach Triest waren wir vom Blick aufs Meer begeistert. Das letzte Mal, als ich das Meer gesehen hatte, war in Den Haag und obwohl es die gleiche Jahreszeit war, war es irgendwie ein ganz anderes Gefühl.

Die Begeisterung spiegelt sich auch in den Fotos wieder – auf den meisten ist Wasser zu sehen.

Triest 2020

Hafen in Triest

Der erste Kaffee in Triest – eine spannende Kaffeehauskultur

Wie die meisten meiner Leser wahrscheinlich wissen, bin ich aus Wien (und trinke mittlerweile auch gerne Kaffee). So kenne ich die Wiener Kaffeehauskultur und obwohl ich bereits gelesen hatte, dass Kaffeehäuser in Triest denen in Wien ähnlich seien, war ich erstaunt, WIE ähnlich sie sich sind.

Der erste Kaffee in der „La Ceffetteria del Borgo“ war nach der nicht ganz so erholsamen Nacht im Zug auf alle Fälle sehr erholsam und es war bei weitem nicht unser letzter Besuch in einem Kaffeehaus, von denen gibt es in Triest nämlich genug.

Triest gehörte von 1382 bis 1918 zur Habsburgermonarchie beziehungsweise zu Österreich-Ungarn, wodurch die Ähnlichkeiten beispielsweise in Architektur und eben der Kaffeehauskultur zu erklären sind.

Schloss Miramare – zwei verschiedene Eindrücke

Die weiße Kalksteinfassade lässt das Schloss von außen kühl und sommerlich erscheinen. Im Gegensatz dazu fühlt sich die Inneneinrichtung sehr schwer und überladen an.

Das Schloss wurde für Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich, den Bruder Kaiser Franz Josephs I., und seine Gattin Charlotte von Belgien errichtet.

Nach dem Tod des Erzherzogs kehrte seine Frau geistig verwirrt nach Belgien zurück und das Schloss wurde als Sommerresidenz von den Habsburgern genutzt.

Eine Legende besagt, dass Charlottes Geist bis heute im Schlosspark nach ihrem Gatten P.P.sucht.

miramare

Miramare

Triest zu Fuß erkunden – hügelig aber durchaus machbar

Wir hatten uns ganz motiviert direkt am Bahnhof Tagestickets für die Busse gekauft, aber insgesamt sind wir nur zwei mal mit dem Bus hin und retour gefahren, der Rest war wunderbar zu Fuß zu erreichen.

Zwar waren wir abends dementsprechend müde und mein Schrittzähler am Handy hat lange nicht mehr so eine hohe Zahl angezeigt, aber es hat sich wirklich gelohnt.

So viele nette Ecken haben wir entdeckt, als wir durch die schmalen Gassen gewandert sind. Allerdings ist Triest eine sehr hügelige Stadt, die uns mit dem Gepäck am Rücken dann doch auch einige Male aus der Puste gebracht hat.

Der alte Hafen – nichts großartiges, aber dennoch wahrlich schön

Abends machten wir noch einen Spaziergang über den alten Hafen, der eine ganz eigene Stimmung hatte. Man konnte regelrecht spüren, wie hier einige Jahre zuvor die Fracht von den Schiffen geladen wurde und die Seemänner erleichtert an Land gingen.

Tag 2

„Mimi e Cocotte“ – ein wirklich gutes Frühstück

Ein wahnsinnig süßes Cafe mit absolut gutem Essen!

Wir haben uns beide für Pancakes entschieden. Meine Begleitung hat eine pikante Version gewählt und ich die mit Früchten und wir beide waren gut satt.

Mimmi e cocotte

Kathedrale San Giusto – einen Besuch wert

Wie überall in Italien gibt es auch in Triest viele Gotteshäuser. Wir haben auch die eine oder andere Kirche besucht, das Highlight war aber eindeutig die Kathedrale San Giusto.

Die Kathedrale ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Der romanische Bau geht auf das 14. Jahrhundert zurück, wobei Reste der heidnischen, christlichen und weltlichen Gebäude in ihm eingeschlossen sind, die an dieser Stelle seit der Römerzeit aufeinander folgten.

Castello di San Giusto – kann man mal machen

Nur einige Meter von der Kathedrale entfernt befindet sich die mittelalterliche Festung, die ebenfalls ein Wahrzeichen von Triest ist.

Von dort aus hat man einen schönen Ausblick auf die Umgebung und in einem unterirdischen Gang kann man einige Büsten betrachten. Wir haben die Zeit auf der Burg durchaus genossen, aber als „Must-see“ würden wir sie wohl nicht bezeichnen…

Die Festung hat eine fast 200 Jahre lange Bauzeit (1471 bis 1630).

Castello di San Giusto

Castello di San Giusto

Der Leuchtturm – viel besser geht’s nicht

Wir wollten unbedingt rauf auf den Leuchtturm (welcher übrigens nicht derjenige war, der in sämtlichen Reiseführern steht, sondern der direkt am Wasser) und tatsächlich bekamen wir im Restaurant, welches im Leuchtturm ist, den Schlüssel.

Nachfragen und die vielen Stufen haben sich wirklich gelohnt, denn der Ausblick war einfach Bombe!

Triest Leuchtturm

Ausblick Triest

Grotta Gigante – eine wirklich große Grotte

Nur einige Minuten Busfahrt von Triest entfernt findet man die weltweit größte (für Touristen begehbare) Grotte und wir sind wirklich froh, uns den Besuchder Grotte entschieden haben.

Da wir unter der Woche und in der Nebensaison in Triest waren, hatten wir quasi eine Privatführung und hatten mit der Dame, die uns durch die Grotte geführt hat, auch wirklich Spaß.

Bereits beim Eingang stand mehrmals, dass es 500 Stufen hinab, einige hundert Meter Ebene und dann natürlich wieder 500 Stufen hinauf ans Tageslicht sind, die zu bewältigen sind. Ich kann euch sagen, 500 Stufen sind wirklich nicht wenig und wir sind auch ordentlich ins Schwitzen gekommen, wer also körperlich gerade nicht in der besten Verfassung ist, sollte sich den Besuch also gut überlegen.

Die Grotta Gigante wurde 1908 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der natürliche Höhlenraum hat ein Volumen von 365.000 Kubikmeter und im Inneren der Höhle hat es ganzjährig eine Temperatur von +11°C.

Grotta Gigante

Eine Pause am Piazza Grande – und an vielen anderen Orten

Da Triest überhaupt nicht touristisch ist, hatten wir auch überhaupt nicht diesen innerlichen Druck, stets unterwegs sein zu müssen und so haben wir in den verschiedensten Kaffeehäusern einen Zwischenstopp gemacht – ganz ohne schlechten Gewissens!

Interessant zu beobachten war, dass man als Gast immer eine Schale Chips oder eine andere Knabberei zum Kaffee, Saft, Wein oder Cocktail bekommt.

Piazza Grande

Tag 3

Café Eppinger – wirklich gute Crossaints

Am Morgen muss man sich auf Reisen gut stärken, schließlich ist man den ganzen Tag auf den Beinen.

Wir entschieden uns für Crossaints im Café Eppinger und auch dieses Lokal kann ich guten Gewissens empfehlen, auch wenn das „Mimi e Cocotte“ eindeutig mein Favorit war.

Pläne – sie gehen nie ganz auf

Eigentlich wollten wir am letzten Tag unserer Reise einen Luftschutzbunker, die Synagoge und die Zahnradbahn besichtigen… Eigentlich.

Leider hatten wir uns zuvor nicht gut genug über Öffnungszeiten erkundigt und die Zahnradbahn war zu dem Zeitpunkt gerade nicht da.

Nunja, irgendeinen Haken muss es bei Reisen ja geben, sonst würde irgendwas komisch laufen.

Am Steg sitzen – Sonnenstrahlen genießen

Da wir jetzt ja mehr Zeit hatten, bis wir beim Bus sein mussten, setzten wir uns nochmals in ein Café am Canal Grande und genossen dann die Sonne am großen Steg. Der Ausblick aufs Meer war auch am dritten Tag immer noch ein Traum und ich gebe zu, ich war ein bisschen wehmütig, dass die Reise wieder in Richtung Heimat ging.

Triest

Triest

Heimreise

Etwas über sieben Stunden (mit einer kurzen Pause an einer Raststätte) dauerte die Heimreise über Slowenien nach Wien.

Die Fahrt war eine Herausforderung, da mir grundsätzlich in Bussen sehr schnell übel wird, aber mit einigen lustigen Videos, Musik und Assoziationsspielen verging die Zeit dann doch relativ schnell und schon waren wir wieder Zuhause und am Weg in unsere Betten.

Kosten pro Person*

Zugfahrt von Wien nach Udine (Sparschiene): 34,9€

Zugfahrt von Udine nach Triest: 7,95€

Airbnb für zwei Nächte: ~ 45€

24 Stunden Bus-Ticket: 4,6€

Bus-Ticket für 2 Strecken: 1,65€

Eintritt Schloss Miramare (Studentenrabatt): 2€

Eintritt Castello … (Studentenrabatt): 3€

Eintritt (inkl. Führung) Grotta Gigante (Studentenrabatt): 10€

FlixBus von Triest nach Wien: 29,99€

*Stand Februar 2020

Von Zuhause aus arbeiten – Tipps und Tricks

Egal ob fürs Studium, für die Arbeit oder für den Blog – ich arbeite viel von Zuhause aus. Allerdings bin ich nicht gerade der disziplinierteste Mensch auf der Welt und musste mir daher so einige Tricks aneignen, damit ich trotz all der Ablenkungen und Verführungen, die in den eigenen vier Wänden lauern, produktiv zu bleiben.

Routinen – vor allem am Morgen

Regelmäßig und zeitig aufzustehen ist wohl mein wichtigster Tipp. Mein Wecker läutet an den Tagen, an denen ich etwas arbeiten möchte, immer um 6:25 Uhr. Bis um 8:00 Uhr nehme ich mir Zeit zum wach werden, esse gemütlich ein kleines Frühstück und bereite mich auf den Tag vor. Jeden Tag.

So wird es schnell zur Routine und kostet dadurch weniger Energie.

Raus aus dem Gammellook!

Auch wenn ich den ganzen Tag daheim sitze und mich niemand sieht, mache ich mich fertig. Für mich selbst.

Ich wasche mich, bürste meine Haare, ziehe mich an. Manchmal schminke ich mich. Die Kleidung, die ich auf meinem Arbeitsplatz trage ist meistens bequem aber alltagstauglich.

Auf alle Fälle muss ich raus aus dem Pyjama!

Im Prinzip durchlaufe ich morgens die gleiche Routine wenn ich außer Haus gehe und wenn ich in meinen eigenen vier Wänden bleibe.

Mein Arbeitsplatz ist quasi mein Büro und wer geht schon müffelnd in die Arbeit?

Ein Platz, der für die Arbeit reserviert ist

In der Wohnung in der ich momentan lebe habe ich kein Arbeitszimmer, nein noch nicht einmal einen Schreibtisch. Aber ich habe einen fixen Arbeitsplatz am Esstisch, den ich nur für produktives Arbeiten nutze. Wenn ich auf dem Esstisch essen möchte, dann setze ich mich an einen der anderen Plätze.

Natürlich könnte ich auch auf dem Sofa oder gar im Bett arbeiten, aber ich habe gemerkt, dass ich diese Orte dann nicht mehr mit Entspannung assoziiere und dadurch hat vor allem mein Schlaf gelitten.

Eine angenehme Arbeitsatmosphäre

Eine saubere und ordentliche Umgebung ist die Grundlage für eine gute Arbeitsatmosphäre.

Viele, so wie auch ich, können sich am besten konzentriert, wenn eine Geräuschkulisse im Hintergrund läuft. Also drehe ich mir ruhige Melodien ohne Text auf.

Mein Arbeitsplatz ist direkt am Fenster, was natürlich super ist, da ich so bei natürlichem Licht arbeiten kann. Allerdings bin ich von Bewegungen leicht abgelenkt, sodass ich das Fenster schräg im Rücken habe, um nicht bei jedem vorbeifahrenden Auto aufzublicken.

Diese Kleinigkeiten kann man für sich schnell herausfinden, indem man verschiedenes ausprobiert.

Ablenkungen entlarven und ausschalten

Jeden lenkt etwas anderes ab. Somit muss jeder erst einmal beobachten, was einen immer wieder aus der Konzentration holt.

Bei mir sind es vor allem Bewegtbilder, mein Handy und die Haustiere. Bei den Tieren ist es ein bisschen schwierig zu gestalten, aber beispielsweise mein Handy kann ich ganz einfach auf stumm schalten oder in einen anderen Raum legen.

Ich habe mir selbst auch verboten, YouTube Videos zu schauen, bevor ich Feierabend mache. Diese bringen mich in meinen Pausen dazu, zu sagen „Ach, nur noch dieses eine Video“ – es bleibt nicht bei dem einen Video…

Pausen nicht vergessen!

In meiner Matura-Lernphase hatte ich einen Tag, an dem ich so vertieft in meine Unterlagen war, dass ich vollkommen auf Pausen vergessen habe. Ich hatte mich in der Früh hingesetzt und plötzlich war es fast 20 Uhr! Ohne eine einzige Pause.

Dass mir danach ziemlich rasch alles zu Kopf gestiegen ist und ich fast das Handtuch geschmissen hätte, als ich mich am nächsten Tag wieder an den Tisch gesetzt hatte, ist da vielleicht verständlich.

Dafür wurde mir wieder umso mehr bewusst, dass Pausen wirklich wichtig sind. Nicht nur für uns, sondern auch für das was wir tun. Schließlich leidet ja auch die Arbeit darunter, wenn wir unkonzentriert sind.

Ich nutze dafür gerne einen Timer oder lege fest, nach wie vielen Kapiteln o.Ä. ich eine Pause einlege. Und auch in den Pausen stelle ich mir einen Timer, damit aus einer viertel Stunde nicht ein ganzer Nachmittag wird.

Ein schnelles aber nahrhaftes Mittagessen

Mit leerem Bauch arbeitet es sich nicht so gut. Aber daheim hat man auch keine Kantine.

Natürlich könnte man sich jeden Tag eine Scheibe Weißbrot in den Toaster schmeißen und Butter darauf schmieren, aber ganz ehrlich, das hält nicht besonders lange satt. Die Mittagspause mit einer ewiglangen Zubereitung zu verbringen, ist aber auch nicht ideal.

Super eignen sich Reste vom Vorabend oder schnelle Mahlzeiten wie Vollkornnudeln mit Sugo oder Pesto, Ofengemüse oder Couscoussalat.

Planung

Planung ist im Home-Office die halbe Miete.

Ich habe einen Tagesplan für die Tage, an denen ich außerhalb keine Termine habe. Diesen habe ich mir eingeteilt in verschiedene Zeitblöcke, die für produktives Arbeiten, Haushalt und Pausen reserviert sind.

Wenn ich Vorlesungen oder andere Termine habe, bastle ich die restlichen Zeitblöcke ganz einfach um diese herum.

Meistens schreibe ich mir am Vorabend eine Liste mit den Dingen, die ich am kommenden Tag abarbeiten möchte und so habe ich auch morgens nicht so sehr Schwierigkeiten mit meiner Motivation, da ich schon genau weiß, was ich zu tun habe.

Ein fixer Feierabend

Ebenso wichtig wie die Pausen erscheint es mir, Feierabend zu machen.

Natürlich könnte ich auch meine Vorhaben den ganzen Tag mit mir rumschleppen, schließlich habe ich niemanden hinter mir stehen, der mir auf die Finger klopft. Aber wenn ich mir einen Zeitpunkt festlege, zu dem ich Feierabend machen möchte, dann bin ich motivierter, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren, um vielleicht auch früher fertig zu sein.

So habe ich dann auch kein  schlechtes Gewissen, wenn ich abends die Beine hochlege und kann die Zeit mit meinem Liebsten genießen.

Wenn ihr noch Tipps habt, dann würde ich mich freuen, wenn ihr sie in den Kommentaren hinterlässt.

 

Gruß und Kuss,

PiusLucius

 

 

 

Deutsches Museum

Wie man in der Quarantänezeit seine Psyche schützen kann + Ideen für den Zeitvertreib

Corona und Quarantäne ist in aller Munde.

Das ist stressig und die Psyche leidet, besonders wenn man bereits psychische Probleme hat, aber auch sonst kann die Situation sehr triggernd sein.

Wie kann man sich und seine psychische Gesundheit besonders schützen? Hier ein paar Ideen:

Nachrichten meiden

Fernsehen und Social Media sind voll mit Covid19, Quarantäne und Co. Das ist stressig und macht Angst, was bei Angst- bzw. Zwangsstörungen fatal werden kann. Deshalb ist es sinnvoll, Nachrichten zu meiden. Ich persönlich habe momentan Facebook von meinem Handy verbannt und Instagram nutze ich sehr eingeschränkt.

Beispielweise habe ich gewisse Accounts momentan auf stumm geschalten und sehe dadurch (fast) nur Beiträge, die sich nicht mit der Thematik beschäftigen.

Auch ist es wichtig, seriöse Quellen zu nutzen, um nicht durch Gerüchte noch mehr verunsichert zu werden.

Ihr könnt beispielsweise auch Freunde bitten, euch mit den Infos, die für euch relevant sind, zu versorgen, damit ihr nicht unnötig viele Nachrichten konsumieren müsst.

Eine Tagesroutine planen

Viele Tage zu Hause bleiben zu müssen, ohne eine Routine zu haben, kann vor allem Depressionen verstärken oder sogar depressive Episoden auslöse.

Überlegt, was ihr in der Zeit alles machen könnt, schnappt euch einen Zettel und macht euch einen groben Plan, um welche Tageszeiten ihr das am besten machen könnt.

Auch eine fixe Morgenroutine ist nicht von Nachteil. In der Früh aufstehen, sich waschen und anziehen. All das kann helfen.

Homeworkouts

Bewegung ist ein natürliches Antidepressivum. In der Quarantänezeit sind wir aber weniger unterwegs. Das ist klar.

Aber auch zu Hause kann man super Bewegung machen. Homeworkouts (ich persönlich bin ja ein Fan von Tanzworkouts) finden sich zu Hauf auf YouTube und sind super fürs Wohnzimmer geeignet.

Auch ein Spaziergang im Grünen ist (mit genügend Abstand zu anderen Personen) kein Problem.

Mit Freunden telefonieren

Nur weil wir uns nicht physisch treffen können, heißt es nicht, dass wir gar keinen Kontakt mehr zu Personen haben dürfen. Ruft eure Freunde an, schreibt mit ihnen. Vertreibt euch so gemeinsam die Zeit, damit nicht das Gefühl aufkommt, man wäre vollkommen alleine in diesem Chaos.

Mit dem Therapeuten Skypen/Facetimen/telefonieren

Fragt euren Therapeuten beziehungsweise eure Therapeutin, ob ihr eure Einheiten über beispielsweise Skype trotzdem halten könnt. Die meisten Psychologen werden damit keinerlei Probleme haben und euch weiterhin betreuen können, was in Zeiten wie diesen besonders wichtig.

Achtsamkeitsübungen

Der Kopf ist voll und wir kommen nicht zur Ruhe. Das ist auf Dauer nicht nur doof sondern kann richtig ungesund werden.

Klingt ätzend, ist aber wirklich effektiv: Achtsamkeitsübungen.  Achtsamkeit ist die liebevolle Annahme von dem, was gerade ist.

Konzentriert euch mal auf euren Atem, ohne diesen zu verändern. Spürt in euch rein, wie sich Brustkorb und Bauch heben und senken. Lasst eure Gedanken dabei ziehen, ohne sie zu bewerten.

Achtet mal darauf, wie sich das Brot auf der Zunge anfühlt, wie es genau schmeckt.

Macht die Augen mal zu und achtet darauf, welche Geräusche ihr wahrnehmt. Das Brummen des Kühlschranks, das Schnarchen des Hundes, das Zwitschern der Vögel…

Ablenkung

Mir hilft Ablenkung in Zeiten, in denen ich viel Zuhause bin sehr. Und so wird es den meisten von euch gehen. Aber was kann man machen, wenn man nicht ins Café gehen kann, um sich mit Freunden zu treffen?

Ihr könntet zum Beispiel

  • ein Buch lesen,
  • die Abstellkammer aufräumen.
  • einen Film schauen,
  • ein Projekt angehen, welches ihr schon lange angehen wolltet,
  • über Apps eine neue Sprache lernen,
  • eine Pinterest Pinnwand erstellen, 
  • ein Bild malen, 
  • Quizduell mit Freunden spielen, 
  • das Instrument wieder mal spielen,
  • Tagebuch schreiben,
  • das Bücherregal neu sortieren,
  • Videospiele spielen,
  • mit euren Großeltern oder anderen Verwandten telefonieren,
  • einen Liebesbrief an euch selbst schreiben,
  • das Gefrierfach abtauen lassen, 
  • eine Kurzgeschichte schreiben, 
  • die Kleidung aussortieren,
  • euch über den Klimaschutz informieren,
  • eine Collage basteln,
  • eine Liste mit Dingen anfertigen, für die ihr dankbar seid,
  • ein Bullet Journal anlegen,
  • eine Liste schreiben, mit Dingen, die ihr nach der Quarantänezeit machen wollt,
  • ein Bad nehmen,
  • das Lieblingsalbum ganz bewusst hören,
  • einen 5-Jahres-Plan für eure Ziele erstellen,
  • Yoga machen,
  • ein Gedicht lernen, 
  • Kalligraphie üben,
  • dem Haustier einen neuen Trick beibringen, 
  • Brettspiele mit dem Mitbewohner spielen,
  • zerrissene Kleidung flicken,
  • eine Dokumentation ansehen,  
  • die Fenster putzen, 
  • Fotos am PC sortieren,
  • neue Bands entdecken,
  • mehr von meinen Blogbeiträgen lesen 😉
  • und vieles mehr!

 

Welche Ideen habt ihr? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Passt auf euch auf!

Gruß und Kuss

PiusLucius

Resilienz – Was ist das? | Gastgeflüster

Resilienz? Was ist das und wie können wir sie stärken?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich heute Saskia, die Gastautorin dieses Beitrags:

Resilienz – wieder so ein neumodischer „Psychokram“?

Ich muss zugeben, nach dem Hype um Stressmanagement, Work-Life-Balance & Co., wird Resilienz etwas sein, mit dem Sie sich zunächst skeptisch auseinandersetzen werden.

Zu Recht … es kommt ja nun wirklich permanent immer wieder irgendetwas Neues, mit dem es uns besser gehen soll … wir noch leistungsfähiger werden usw.

Hier muss ich Sie aber zu einem Teil enttäuschen, Resilienz ist kein neues „Wundermittel“ und wird auch mit Sicherheit nicht Ihre Leistung ins unermessliche steigern oder all Ihre Probleme und Unwägbarkeiten des täglichen Lebens lösen.

Resilienz ist ein Fachbegriff für etwas, das wir alle – der Eine mehr, der Andere weniger – bereits haben … nämlich die psychische Widerstandsfähigkeit. Also die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen, bis hin zur Selbsterhaltung. Sozusagen das „Immunsystem der Seele“.

Den Begriff der Resilienz gibt es seit den 50-er Jahren. Im Laufe der Zeit hat sich die Begrifflichkeit etwas gewandelt. In den 50-er Jahren bezog sich die Bezeichnung „resilient“ auf die psychische Widerstandsfähigkeit in Extremsituationen. Heutzutage geht es auch um die angemessene Umgehensweise mit Belastungen der Arbeitswelt und Lebenskrisen.

Im Rahmen verschiedener Resilienzstudien wurden zum Beispiel resiliente Kinder als anpassungsfähig, belastbar, aufmerksam, tüchtig, neugierig und voller Selbstvertrauen beschrieben (Längsschnittstudie von Asendorpf und van Aken). Erstaunlich ist hier, dass Mädchen häufiger als resilient eingestuft wurden als Jungen.

Was beeinflusst nun die persönliche Resilienz?

Ihre persönliche Resilienz wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Von Umweltfaktoren (Familie, Kultur, soziales Umfeld etc.) über personale Faktoren (Intelligenz, Religiösität etc.) bis hin zu emotionalen Faktoren (Fähigkeit Emotionen und Handlungen zu kontrollieren).

Resilienz macht es Ihnen möglich, Bewältigungsstrategien für sich zu entwickeln. Je ausgeprägter Sie resilient sind, umso eher können Sie Krisensituationen bewältigen.

„Resiliente Personen besitzen die Fähigkeit, Möglichkeiten dort zu ergreifen, wo sie sich bieten.“ (Quelle: unbekannt) – dieses Zitat ist sehr zutreffend, ABER: auch resiliente Menschen stoßen an ihre Grenzen.

Nun genug zur „trockenen Theorie“ – was können Sie dafür tun, Ihre persönliche Resilienz zu steigern? Geht nicht, sagen Sie? Doch … das geht!

Ein paar kurz gefasste Denkanstöße:

  • Bestimmt das Schicksal über mein Leben, oder gibt es vielleicht auch andere Möglichkeiten? Einen Neuanfang zum Beispiel.

 

  • Lassen Sie sich im Falle einer Krisensituation nicht gänzlich davon lähmen. Fragen Sie sich lieber, was Ihnen jetzt gut tun würde … und TUN SIE ES! Wenn Sie sich von der Situation lähmen lassen, kommen Sie dort nie heraus.

 

  • Es ist vollkommen okay auch mal auf Abstand zu gehen. Es ist legitim, dass Sie sich Zeit nehmen die Situation zu betrachten und darüber nachzudenken, wie es nun weitergeht … OHNE „gute Ratschläge“ von außen.

 

  • Finden Sie Ihren „Gral“ … den Ort oder Tätigkeit, der zu Ihrem Wohlbefinden und klaren Gedanken beiträgt. Beim Einen ist es Sport, beim Anderen einfach nur für sich sein und nachdenken.

 

  • Wenn Sie denken, Sie bräuchten Rat, scheuen Sie sich nicht diesen einzuholen. Egal was Freunde und Familie evtl. dazu sagen, dass Sie deren „gute Ratschläge“ in den Wind schlagen und sich anderswo Rat holen.

 

Das Wichtigste ist aber: es ist IHR LEBEN – Sie und NUR SIE wissen am besten, wie Sie die Krise bewältigen und nicht kapitulieren.

Mir zum Beispiel hat es sehr geholfen ein Ehrenamt auszuüben. Auf meinem Blog führe ich den Zusammenhang von Resilienz und Ehrenamt genauer aus.

„In jeder Krise gibt es nicht nur eine Chance, sondern auch eine Möglichkeit“ (Martin Luther King).

In diesem Sinne: lassen Sie sich nicht beirren … es ist okay in einer schwierigen Situation wütend, traurig oder lethargisch zu sein. Aber: Sie finden einen Weg dort hinaus – jeder von uns hat ein gewisses Maß an Resilienz!

 

Ihr wollt mehr von Saskia lesen? Dann kommt ihr hier auf ihren Blog.

 

 

 

Eine Herzenssache? – Monatsrückblick Jänner 2020

Der Jänner ist rum und so gibt es wieder einen kleinen Monatsrückblick. Nachdem die Weihnachtszeit und der Advent ja doch recht voll waren, habe ich mir im neuen Jahr bewusst mehr Zeit für mich genommen.

Ein gemütlicher Abend mit Freunden?

Gleich zu beginn des Monats haben wir ein paar wenige Freunde eingeladen, um einen Punsch zu trinken und bei uns eine gemütliche Zeit zu verbringen.

Auch wenn der Abend nicht so verlaufen ist, wie wir es uns gedacht hatten, war es wirklich schön und ich kann nur an jeden appellieren, öfter mal einfach so Zeit mit seinen Liebsten zu verbringen.

Im Buchungsfieber?

Was auffällig war im Jänner – ich habe gleich mal drei Reisen gebucht und noch eine weitere ist geplant. Die erste startete direkt in der ersten Februarwoche und war eine wunderbare Zeit.

Demnächst wird es auch einen Reisebericht und ein Video darüber geben.

Ein Auf und Ab?

Psychisch war der Jänner für mich recht schwierig, da es ein ewiges Auf und Ab war. Der Dezember hat mich viel Kraft gekostet und das habe ich gleich zu Beginn des Jahres ziemlich gemerkt.

Ich habe sehr viel Zeit in der Badewanne verbracht und habe versucht, möglichst kein schlechtes Gewissen zu haben, da so ein Bad ja doch recht viel Wasser verbraucht.

Neben den ganz schlechten Tagen hatte ich aber auch prima Zeiten und an denen versuche ich mich fest zu halten.

Auf Herz und Nieren?

Zu Weihnachten hatten mein Liebster und ich einen Besuch in den Körperwelten geschenkt bekommen. Ich war richtig glücklich, denn ich wollte schon immer einmal in diese Ausstellung.

Leider war an dem Tag, an dem wir dort waren, richtig richtig viele Menschen dort. Dadurch hatte ich ehrlich gesagt nicht die Ruhe, mir alles so intensiv anzusehen, wie ich es eigentlich wollte, da mich solche Menschenmengen dann doch noch ziemlich nervös machen.

Aber an sich ist die Ausstellung wirklich sehr spannend und ich kann sie jenen weiterempfehlen, die sich für Körper, Anatomie und Gesundheit interessieren.

Ende der Kieferbeschwerden?

Wer meinen Dezember-Rückblick gelesen hat, weiß, dass ich da einen chirurgischen Eingriff am Kiefer hatte, da ich in den letzten Jahren starke Schwierigkeiten mit dem Kieferknochen, ein paar Zähnen und letztendlich auch meiner Gaumenplatte hatte.

Im Jänner war ich noch einmal in der Klinik für eine Nachuntersuchung und einen weiteren kleinen Eingriff, der mir noch mehr geholfen hat.

Mittlerweile ist alles gut abgeheilt und ich bin richtig verblüfft, denn seit gut einem Monat bin ich schmerzfrei, was nach vier Jahren fast mit chronischem Schmerz im Mund wirklich ungewohnt, aber auch echt toll ist.

Wieder mehr Ghibli Filme?

Lady Bird

hatte ich bereits im Kino gesehen und ist ein angenehmer Film über ein Mädchen, welches sich „Lady Bird“ nennt und sich in einem Alter befindet, in dem man sich selbst und seine Prioritäten immer wieder finden muss.

Hier kommt ihr zum Trailer.

Vielleicht lieber morgen

ist einer meiner liebsten Filme. Obwohl er unter anderem ein recht schwieriges Thema behandelt (und ich jedes mal einige Tränen verdrücken muss und nachdenklich werde), strahlt er eine Leichtigkeit und eine Lebensfreude aus, die mich jedes mal mitreißt.

Hier kommt ihr zum Trailer.

Me, Earl and the dying Girl

ist super gemacht und auch bis zu einem gewissen Punkt wirklich lustig. Leider hat mich eine Szene sehr getriggert, wodurch ich mir diesen Film wohl eher nicht noch einmal ansehen werde.

Hier kommt ihr zum Trailer.

Grand Budapest Hotel

hatte ich auch schon einmal gesehen, aber ich hatte Lust auf einen Film, der mich mit Sicherheit zum Lachen bringt. Das kann der Film mit seinen Übertreibungen sehr gut und er ist ein Empfehlung wert.

Hier kommt ihr zum Trailer.

Sleepy Hollow

ist wie ein auf gruselig getrimmtes Märchen, das uns doch auch an einen Cartoon erinnert hat. Jonny Depp spielt einen Forensiker, der eine mysteriöse Mordserie im verschlafenen Örtchen Sleepy Hollow aufklären soll.

Obwohl ich anfangs eher skeptisch war, hat mir der Film im Gesamten gefallen, aber ich weiß nicht, ob ich ihn ein zweites mal sehen werde.

Hier kommt ihr zum Trailer.

Mad Max – Fury Road

war ganz nett, einmal gesehen zu haben. Ich bin selbst kein großer Fan von Actionfilmen und konnte daher nicht allzu viel damit anfangen, auch wenn ich bei manchen Szenen dann doch etwas mitgefiebert habe.

Hier kommt ihr zum Trailer.

Porco Rosso

war mein erster Ghibli Film in diesem Jahr und hat bei mir viele Fragen hinterlassen. Er konnte mich, wie auch „Mad Max -Fury Road“ irgendwie nicht wirklich abholen und ließ mich daher recht unbefriedigt zurück.

Hier kommt ihr Zum Trailer.

Stimme meines Herzens

war glaube ich mein Filmhighlight im Jänner, zumindest, was neue Filme betrifft. Es geht um junge Liebe, Bücher und eine Katze. Muss ich noch mehr dazu sagen?

Hier kommt ihr zum Trailer.

Only Yesterday

hat mich leider auch nicht so richtig abgeholt, meinem Liebsten allerdings hat er scheinbar richtig gut gefallen. In dem Film blickt eine junge Frau in ihre Grundschulzeit und lässt, für sie prägende, Erinnerungen revue passieren.

Hier kommt ihr zum Trailer.

Eine Podcastentdeckung?

Ich höre ja sehr gerne Podcasts, vor allem wenn ich tagsüber alleine zu Hause bin.

Im Jänner habe ich auf Spotify den Podcast „Paardiologie“ von Charlotte Roche und ihrem Mann Martin Keß-Roche entdeckt. Die beiden sprechen sehr offen über ihre Beziehung und die Höhen und Tiefen darin. Sie diskutieren und besprechen Probleme und als Zuhörer bekommt man das Gefühl, bei einem vollkommen privaten Gespräch dabei zu sein.

Mehr Arbeit am Blog?

Ich habe mir für das Jahr 2020 vorgenommen, meinen Blog wieder mehr auf Vordermann zu bringen und regelmäßig Beiträge zu schreiben.

Da habe ich natürlich gleich im Jänner gestartet und ich bin stolz auf mich, dass ich trotz der Höhen und Tiefen vier Beiträge veröffentlicht habe. Auch einen Gastbeitrag für einen anderen Blog habe ich geschrieben (sobald dieser online ist, gebe ich euch natürlich bescheid) und die Startseite habe ich aktualisiert.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich durchaus zufrieden mit dieser Leistung bin, vor allem, da das Bloggen ja bei weitem nicht das Einzige ist, das ich zu tun habe.

Hier nochmal die im Jänner veröffentlichten Beiträge.

Das war mein 2019 – Ein Jahresrückblick

Die Zeit der Filme – Rückblick Nov. und Dez. 19

Was ich in 5 Jahren Therapie gelernt habe

Schluss.Mit. Plastik – Martin Dorey|Kurzrezension

 

Habt eine schöne Zeit!

Gruß und Kuss

PiusLucius

 

 

Schluss.Mit. Plastik – Martin Dorey|Kurzrezension

Plastik und dessen Vermeidung sind Themen, welche immer relevanter werden.

Tiere verhungern mit vollem Magen und auch wir essen mehr Mikroplastik als uns eigentlich lieb ist… und so habe ich zu folgendem Buch gegriffen:

Sachbuch: Schluss.Mit.Plastik. Martin Dorey

deutscher Titel: Schluss.Mit.Plastik.

Originaltitel: No.More.Plastic.

Autor: Martin Dorey

Übersetzer: Martin Bauer

Wilhelm Heyne Verlag

ISBN: 978-3-453-60509-1

159 Seiten

 

Klappentext:

Mal schnell ein bisschen die Welt retten.

Zwei Minuten für leere Mülleimer.

Zwei Minuten für ein leichteres Gewissen.

Zwei Minuten für eine saubere Umwelt.

Endlich klare Informationen und leicht umsetzbare Tipps in einer immer unübersichtlicheren Flut aus Plastik.

 

Textausschnitt:

Ich habe schlechte Nachrichten: Die meisten Teebeutel enthalten Plastik. Ein harter Schlag für alle, die brav ihre Teebeutel kompostieren und jetzt ihren Garten mit Plastik gedüngt haben. Warum sagt man das uns erst jetzt?

Und Einwegkaffeekapseln? Dass ein ehemaliger Chef von Nespresso die Kapseln im Jahr 2016 als Katastrophe für die Umwelt bezeichnete, sagt ja wohl alles.

Die 2-Minuten-Lösung

  • Kaufe dir ein wiederverwendbares Teesieb und verwende lose Teeblätter. Die kannst du hinterher direkt auf den Kompost werfen – ganz wie gewohnt, nur ohne Pastik.
  • Inzwischen gibt es auch plastikfreie Teebeutel. Überprüfe, ob deine Beutel noch Plastik enthalten. Falls ja, wechsle die Marke.

Mein persönliches Fazit

Ich habe nicht einmal zwei Stunden gebraucht, um das Buch durchzulesen. Es ist geschrieben, als würde man sich gerade mit dem Autor unterhalten, vollkommen ohne das Gefühl, dass er einen belehren möchte.

Da ich mich schon länger mit einem nachhaltigeren Lebensstil beschäftige, waren viele Fakten und Alternativen keine Neuheiten für mich, trotzdem habe ich einige neue Infos aus dem Text mitnehmen können.

Die 30 „2-Minuten-Lösungen“, die am Ende des Buches nochmals aufgelistet sind, finde ich, neben den ganzen Fakten, sind eine super Inspiration, vor allem für diejenigen, die recht neu in der Thematik sind, aber auch diejenigen, die sich schon länger damit beschäftigen und da vielleicht manchmal den Fokus aus den Augen verlieren, sind die nette kleine Erinnerungen.

Ich kann jedem dem die Umwelt und die eigene Gesundheit am Herzen liegt einen Blick in das Buch empfehlen. Keine Sorge, es ließt sich wirklich schnell – ich bin weiß Gott keine schnelle Leserin…

 

Gruß und Kuss

PiusLucius

Was ich in 5 Jahren Therapie gelernt habe

Wie ihr wisst, bin ich in Psychotherapie. Mittlerweile sind es fünf Jahre, in denen ich regelmäßig zu Sitzungen mit meiner Gesprächstherapeutin gehe.

In der Therapie geht es nicht darum, dass meine Therapeutin mir Lösungen zu meinen Problemen gibt. Das kann sie auch gar nicht. Sondern sie gibt mir immer wieder Denkanstöße, indem sie mir die richtigen Fragen stellt, über die ich vor allem in der Zeit zwischen den Terminen nachdenke.

In den fünf Jahren habe ich einige Dinge gelernt und ein paar davon möchte ich in diesem Beitrag mit euch teilen.

Es gibt keine positiven oder negativen Gefühle

Für manche von euch mag das vielleicht gerade etwas komisch klingen. Was soll denn an Trauer, Wut und Angst positiv sein?

So einiges!

Angst schützt uns vor Gefahren. 

Trauer hilft uns, Verluste zu verarbeiten.

Wut zeigt uns, dass wir mit der Situation nicht zufrieden sind. 

Wir empfinden solche Gefühle oft als unangenehm und verurteilen sie daher schnell als „negativ“. Dabei sind auch diese Emotionen dazu da, uns zu schützen und gut durch unser Leben zu kommen.

(Deshalb ist es wichtig, diese auch zuzulassen. Nur wenn sie übermäßig und ohne „realen“ Grund aufkommen, sollte man dagegen vorgehen.)

Als ich noch sehr stark unter Angst und Trauer gelitten habe, wollte ich diese Sicht nicht wirklich wahrhaben, aber seit ich verstanden habe, dass diese Gefühle einen sinnvollen Ursprung haben, fällt es mir leichter damit umzugehen und daran zu arbeiten.

 

Auch unangenehme Gefühle vergehen

Alles ist vergänglich. So auch Gefühle. Angenehme Gefühle vergehen, aber eben auch unangenehme. Oft empfinde ich Gefühle als sehr schwer auszuhalten. Das führt schnell zu einer hohen Anspannung, die mich wiederum auf schlechte Gedanken bringt.

Meine Therapeutin sagt immer, wenn ich ihr von der Angst erzähle, die ich vor diesen Momenten habe: „Versuche dieses Gefühl auszuhalten, sitze es einfach aus. Auch wenn du schlechte Gedanken dabei hast. Deine Gefühle selbst können dir nichts tun und sie vergehen.“ 

Und ich muss sagen, dass sie recht hat mit ihrer Aussage. Auch wenn es manchmal richtig schwer ist zu glauben, vergehen auch die unschönen Zeiten.

 

Ich bin nicht verantwortlich für das Glück anderer

Oft habe ich mich sehr schlecht gefühlt, wenn jemand in meiner Umgebung wirklich unverständliche Entscheidungen trifft oder es der Person grundsätzlich schlecht geht, sich aber nicht wirklich helfen lässt.

Ehrlich gesagt überkommt mich da manchmal immer noch ein abgrundtief schlechtes Gewissen.

Ich kann ehrlich nicht sagen, wieso ich mich so dermaßen verantwortlich für andere fühle, aber es wird besser, denn ich habe gelernt, dass ich nicht für das Glück anderer Menschen verantwortlich bin, sondern nur für mein eigenes (und das meiner Tiere und später eventuell mal das meiner Kinder, aber das ist wieder eine andere Sache bezüglich Verantwortung und Abhängigkeit).

 

Ich habe das Recht NEIN zu sagen

Früher habe ich viele Dinge mit mir machen und über mich ergehen lassen, die ich so überhaupt nicht wollte. Ich ließ mir einreden, dass ich nicht zu widersprechen hätte, da ich sonst nicht geliebt werden würde.

Das macht über die Jahre ganz schön kaputt und ist einer der Gründe, warum ich zur Therapeutin gehe.

Durch die Gespräche habe ich immer mehr verstanden, dass ich durchaus das Recht habe, „nein“ zu sagen. Wer das nicht akzeptieren kann, hat an meiner Seite nichts mehr zu suchen.

Gerade dieser Punkt war für mich sehr lange schwer zu verinnerlichen. Auch jetzt habe ich manchmal noch ein schlechtes Gewissen oder fürchte, nicht mehr lieb gehabt zu werden.

Aber es ist auf alle Fälle besser geworden und meine Lebensqualität ist um einiges gestiegen.

Ich – und nur ich – darf Entscheidungen über meinen Körper treffen

Dieser Punkt hängt mit dem vorherigen zusammen, aber ich möchte ihn euch trotzdem noch einmal extra erklären.

Einige Menschen, wie beispielsweise mein Liebster, haben das Glück, so gut wie nie zum Arzt zu müssen und bis auch hin und wieder mal eine Erkältung sind sie fit.

Ich habe leider ein paar Baustellen. Nichts tragisches, aber ich muss den einen oder anderen Arzt dann doch öfter aufsuchen.

Grundsätzlich bin ich einer der Patienten, die sich leicht unterbuttern lassen. Oder besser gesagt ließen. Selbst wenn ich eine Untersuchung (natürlich keine überlebensnotwendigen) so gar nicht wollte, habe ich sie ohne Widerrede sofort machen lassen, auch wenn ich dadurch gelitten habe wie ein Hund. 

Es hat lange gedauert, aber seit dem letzten Jahr habe ich es verinnerlicht:

Ich bin die Chefin, wenn es um meinen eigenen Körper geht!

Ich bestehe, wenn ich es für nötig halte, auf eine Bedenkzeit. Wenn abgemacht war, dass diese oder jene Untersuchung nur stattfindet, wenn mein Freund dabei ist, dann beharre ich mittlerweile darauf, auch wenn ich dabei noch die eine oder andere Träne vergieße.

Mit diesem Punkt habe ich viel weniger Stress vor Arztterminen, da die vermeindliche Macht des Arztes über mich viel geringer und weniger gruselig ist.

 

Das waren meine fünf Dinge, die ich in fünf Jahren Gesprächstherapie gelernt habe.

Gruß und Kuss

PiusLucius