5 Benimmregeln für Hundehalter

Wer auf Facebook in verschiedenen Hundegruppen ist, oder auch sonst mit anderen Hundehaltern in Kontakt kommt, merkt schnell, dass sich in Sachen Hundeerziehung die Geister scheiden. Und zwar gewaltig!

Trotzdem sollten – für ein möglichst konfliktfreies Miteinander – ein paar Leitsätze eingehalten werden. Sie sind wirklich einfach umzusetzen und erleichtern insgesamt sowohl das Leben der Hundehalter, als auch das der Mitmenschen.

Warum sind diese Benimmregeln so wichtig?

Gefühlt immer mehr Menschen nehmen einen oder mehrere Hunde bei sich auf. Finde ich als Hundefreund ja grundsätzlich auch super! Aber wir leben in keiner Blase, in der unser Verhalten niemand anderen beeinflusst.

Wenn wir mit unseren Hunden unterwegs sind, dann treffen wir auf andere Menschen. Menschen, die selbst einen Hund dabei haben. Menschen, die Angst vor Hunden haben. Menschen, die gebrechlich sind. Menschen, die Hunde nicht mögen.

Dabei sollten wir darauf achten, dass möglichst niemand durch den Hund zu schaden kommt.

Auch bin ich der festen Überzeugung, dass es weniger Giftanschläge auf Hunde gäbe, wenn alle mehr Rücksicht aufeinander nehmen würden. (Nein, ich heiße Giftköder keinesfalls für angebracht oder in Ordnung, aber ich kann auch dieFrustration von Nicht-Hundefreunden verstehen, wenn sie im Slalom um Hundehaufen laufen müssen, oder vielleicht auch von Hunden bedrängt werden)

Benimmregeln für Hundehalter

Kontakt zu anderen Hunden im Vorfeld absprechen!

Bevor man seinen Hund (egal, ob an der Leine, oder nicht), zu einem anderen Hund lässt, sollte man immer kurz mit dem Halter des Hundes in Kontakt treten. (Ja, auch, wenn der eigene Hund „nix tut“ oder „nur spielen will“!)

Es gibt verschiedenste Gründe, warum ein Hund gerade keinen Kontakt zu seinen Artgenossen haben soll. Beispielsweise durch Läufigkeit, Unverträglichkeit, Krankheit oder weil er gerade trainiert wird.

Ein „Nein“ sollte in dem Fall immer akzeptiert werden. Auch im Sinne des eigenen Hundes.

Bei sämtlichen Begegnungen den Hund dicht bei sich führen!

Wenn wir mit unseren pelzigen Freunden unterwegs sind, wollen wir, dass sie sich auch ein wenig auspowern können und dürfen gerne mal weiter weg. (Hier meine ich einige Meter. Der Hund sollte immer in Sichtweite und abrufbar sein!)

Wenn allerdings andere Personen unseren Weg kreuzen sollten wir unsere Vierbeiner stets dicht bei uns führen. (Es muss keinesfalls ein strenges „Fuß-Gehen“ sein, aber der Hund sollte keinem Fußgänger, Radfahrer, Reiter, etc. in die Quere kommen können)

(Kinder-) Spielplätze sind tabu!

Ich dachte eigentlich immer,  es sei selbstverständlich, dass Hunde auf Kinderspielplätzen nichts zu suchen haben. Spätestens die Beschilderung rund um die Spielplätze sollte es einem klar machen. Aber da habe ich wohl falsch gedacht.

Immer öfters beobachte ich Hunde auf Spielplätzen oder lese auf Social Media Sätze wie „Ja, bei uns sind Hunde auf Spielplätzen auch behördlich verboten, aber ich sehe nicht ein, warum ich meinen Hund nicht mitnehmen darf.“

Es gibt viele gute Gründe, warum Hunde auf öffentlichen Spielplätzen verboten sind. Einige Kinder haben beispielsweise Angst vor Hunden. Außerdem ist die Verletzungsgefahr für alle Beteiligten höher und auch die Verschmutzung der Spielgeräte ist ein Thema.

Benimmregeln für Hundehalter

Hinterlassenschaften wegräumen!

Schon mal ins Glück getreten? Ja? Na dann weiß man ja, was zu tun ist: Die Notdurft des Lieblings wegräumen. Tut nicht sonderlich weh. Wirklich nicht! In vielen Städten findet man mittlerweile auch an jeder dritten Ecken einen Sackerl-Spender, wodurch man nicht einmal mehr Geld für die kleinen Beutel ausgeben muss.

Also einfach einmal kurz in die Knie gehen und die Straßen sind um einiges sauberer.

(Und es ist übrigens nicht sonderlich sinnvoll, wenn man den Hundekot in einen Beutel gibt, diesen aber dann in die Wiese wirft.)

Rücksichtsvoll in der Hundezone!

Ich lasse meine Hunde relativ selten in den sogenannten Hundezonen mit anderen Hunden laufen. Warum? Naja, viele Besitzer geben ihre Verantwortung scheinbar am Eingangstor ab. Dabei ist gerade dort der erste wichtige Punkt: Wenn schon ein Hund auf der Spielwiese ist, fragen, ob es okay ist, seinen eigenen dazu zu lassen! Es gibt schließlich zig Gründe, warum das keine so gute Idee ist.

(Man kann sich ja beispielsweise auch einigen, dass einer den oder die Hund(e) anleint und etwas früher geht als vielleicht geplant, damit der andere auch die Möglichkeit auf einen gesicherten Freilauf hat. Egal wie, man findet bestimmt eine Lösung.)

Wenn der eigene Hund anfängt, die anderen boshaft zu ärgern, zu belästigen oder gar aggressiv wird, ist es höchste Zeit, ihn zu sich zu rufen und zu gehen. Hunde machen es sich nämlich nicht immer „einfach untereinander aus“!

Genauso sollte man sich um seinen Liebling kümmern, wenn man sieht, dass er sich mit den anderen nicht wohl fühlt. Es macht keinen Sinn, ihn zum Kontakt mit anderen zu zwingen, wenn er nicht will. Die Resultate können von verängstigten Hunden bis hin zu Aggression und Raufereien führen. Das ist es nicht wert.

Und auch hier: Bitte räumt die Haufen eurer Hunde weg!

 

Bleibt fair!

 

Gruß und Kuss,

PiusLucius

 

Advent – Gefahrenzeit für Hunde

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt!

Der Advent ist für viele eine wunderbare Zeit. Es wird gebacken, gebastelt, gesungen… Aber die Zeit, die für uns so wunderbar sein kann, kann für unsere geliebten Vierbeiner zur gefährlichsten Zeit im Jahr werden.

Hier habe ich einige Infos zusammen getragen, damit auch euer Advent nicht zum Horrortrip mit dem Hund wird.

giftiges Grünzeug

Haustiere knabbern gerne Pflanzen an, oder nehmen Blätter bzw. Nadeln auf, die auf den Boden fallen. Unter anderem folgende Pflanzen werden in der (Vor-)Weihnachtszeit gerne zur Deko verwendet, sind aber giftig für den Hund:

Weihnachtsstern

Schön anzusehen, aber falls Hund oder Katze von der Pflanze naschen, kann dies zu Entzündungen und Blasenbildung im Maul, zu Durchfall, Bewegungs- und Kreislaufstörungen sowie zu Atemnot führen. Der in den Blättern enthaltene weiße Saft ist giftig und wirkt stark reizend. Somit kann er starke Vergiftungen beim Haustier hervorrufen.

Eibe

In unserer Natur eine der giftigsten Pflanzen.

Erkennbar an den grünen Nadeln und roten Beeren, welche im späten Herbst enstehen  – vor allem die Beeren sind gefährlich, da diese die giftigen Samen enthalten, die bereits in kleinen Mengen bei Hunden zum Tode führen können.

Buchsbaum

Die Blätter lösen bei Ihrem Haustier starke Magenreizungen und großes Unwohlsein aus. Besonders die eintretenden Atembeschwerden machen dem Tier zu schaffen.

Dekofalle

Die immer länger werdenden Abende werden oft und gerne zum Basteln genutzt. Mache ich auch sehr gerne! Aber Hundehalter (generell Tierhalter) müssen aufpassen:

Kleine Splitter, Schnipsel, Kunststofffetzen etc. können im Ernstfall tödlich enden für unsere Liebsten.

Achtet darauf, dass sie nichts erwischen. Falls doch etwas verschluckt wird → am Ende des Beitrags findet ihr Erste-Hilfe-Tipps.

tödliche Weihnachtsbäckerei

Generell ist Süßes nichts für Hunde. Wer also grundsätzlich darauf achtet, dass der Hund nichts von der Weihnachtsbäckerei erwischt, ist auf der sicheren Seite. Bei folgendes Zutaten müsst ihr aber auf alle Fälle acht geben:

Birkenzucker (Xylit[ol]) – absolutes Gift für Hunde!

Bei Hunden führt Xylitol zu einer starken Ausschüttung von Insulin, die wiederum zu lebensbedrohlichen Hypoglykämien (Abfall des Blutzuckerspiegels) führt. Auch kann es zu schweren Leberschäden bis hin zu einem tödlichen Leberversagen kommen. Als tödliche Dosis gilt für einen Hund etwa 3-4 Gramm Xylitol pro Kilogramm Körpergewicht. (Quelle: http://www.vetzentrum.de)

Rosinen

Weintrauben (und somit auch Rosinen) sind pures Gift für Hunde, auf welches sie mit Erbrechen, Durchfall, Magenkrämpfen und Zittern reagieren können. Bei zu hoher Aufnahme, kann ein Nierenversagen oder sogar der Tod folgen.

Weintrauben und Rosinen sind regelrechtes Gift für Hunde. Nach dem Verzehr der süßen Früchte können Hunde mit Erbrechen, Durchfall, Magenkrämpfen und Zittern reagieren. Bei einer hohen Dosierung kann die Aufnahme ein Nierenversagen verursachen und sogar tödlich verlaufen.

Zimt

Falls Hund (oder Katze) viel von dem Gewürz verschlucken (oder an Zimtöl lecken), kann es zu lokalen Schleimhautreizungen, Erbrechen oder Benommenheit kommen – Nicht schön, oder?

Also die Gewürze am Besten außer Reichweite aufbewahren.

Schokolade

In Schokolade (besser gesagt im Kakao) ist Theobromin enthalten. Dieses führt beim Hund zu einer Überstimulation des Nervensystems.

Die Aufnahme dieses Stoffes hat (auch auf längerem Zeitraum verteilt!) diese Folgen:

  • Über-Nervosität
  • Herzrasen

Letzteres kann zum Tod führen. Wenn euer Hund Schokolade aufnimmt, kontaktiert euren Tierarzt!

Weitere Infos findet ihr hier.

(Im Internet gibt es viele tolle Rezepte für Weihnachtskekse für Hunde – falls ihr euren tierischen Freunden doch etwas zu naschen geben wollt)

Brandgefahr

Adventkränze, Weihnachtsbäume, Duftkerzen, … in der Vorweihnachtszeit werden viele kleine Flammen entzündet.

Hübsch, nicht wahr?

Aber im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich! Gerade junge Hunde sind neugierig und werfen so auch mal etwas um, oder auch im Vorbeigehen kann ein Hund mit der Rute zu nah an die Flammen kommen.

Auf keinen Fall sollten die Tiere mit offenen Flammen allein gelassen werden (auch nicht  „einfach kurz aus dem Raum gehen“)!

Noch besser bieten sich künstliche – mit Batterie betriebene – Kerzen an. Da kann nichts passieren.

Silvester naht

Wenn Weihnachten vor der Tür steht, dann rückt auch der Jahreswechsel immer näher und wir wissen alle, dass nicht nur in der Silvesternacht Böller fliegen. Hier in der Großstadt ist es so schlimm, dass ich Sweety bereits Ende November am Sicherheitsgeschirr führe.

Aber auch bei Hunden, die an sich schussfest sind, kann ich nur an die Vernunft der Hundehalter appellieren:

Bitte sichert eure Hunde um die Zeit rund um Silvester!

Jeder kann sich mal erschrecken und wenn der Hund in Panik verfällt, dann kann eine Leine Leben retten (nicht nur das des Hundes … stellt euch vor, er rennt vor ein Auto und der Fahrer versucht noch auszuweichen…)

Erste-Hilfe-Tipps

  • Wenn der Hund etwas Spitzes oder Scharfkantiges geschluckt hat (oder ihr es einfach vermutet) sofort rohes Sauerkraut füttern. Das Kraut wickelt sich im Verdauungstrakt um den Gegenstand, wodurch er, meist ohne weitere Schäden, den Darmtrakt wieder verlassen kann. Trotzdem sollte man zur Sicherheit auch den Tierarzt kontaktieren.
  • Wen der Hund etwas Giftiges gefressen haben könnte bzw hat, dann hilft Aktiv-Kohle, diese bindet (schwächere) Giftstoffe. Zur Sicherheit sollte man sich danach sofort mit der Giftnotrufzentrale oder dem Tierarzt in Verbindung setzen.

 

Ich wünsche euch eine besinnliche Weihnachtszeit!

Gruß und Kuss, 

PiusLucius

Buchempfehlung: “Gelähmte Hunde“

Huhu ihr Lieben!

Wie ihr wisst, habe ich behinderte Hunde und ich finde es wichtig sich in viele Richtungen weiter zu bilden. So habe ich auch den Ratgeber “Gelähmte Hunde“ von Katharina Hengl-Schmidl gelesen. 

Katharina Hengl-Schmidl ist übrigens eine der beiden Gründerinnen des Vereins “Behinderter Hund – Na und?“, dessen Arbeiten unter anderem die Aufklärung über verschiedene Behinderungen ist. Ich bin vor ein paar Jahren auf einer Haustiermesse zufällig auf den Verein aufmerksam geworden und verfolge seitdem ihre Aktivitäten. HIER kommt ihr direkt zu deren Website.

Und was soll ich sagen? Es ist eine absolute Empfehlung! 

Auch, wenn ich keinen gelähmten Hund habe, weiß ich, dass sich jeden Tag das Leben um 180 Grad drehen kann. 

Bild: Behinderter Hund – Na und?

Kathi schreibt in ihrem Buch über ihr Leben mit der gelähmten Prinzessin Lillifee. Auf charmante Art und Weise berichtet sie von den Höhen und Tiefen, sie erklärt, wie es zu Lähmungen kommen kann und welche Fertigkeiten der gewählte Tierarzt haben sollte, wenn man einen gelähmten Hund zu Hause hat.

Was muss man beachten, wenn man sich bewusst einen gelähmten Hund nehmen möchte und wie geht man vor, wenn der zuvor gesunde Hund plötzlich gelähmt ist? 

Wie sieht eine passende “Popokutsche“ aus? 

Und kann ein gelähmter Hund eigentlich ein schönes Leben führen?

Auch da gibt der erste Ratgeber für gelähmte Hunde einen wirklich guten, aber auch verständlichen Einblick.

Wirklich lieb finde ich ja die Passagen, die aus der Sicht der zuckersüßen Hündin geschrieben sind. 

Prinzessin Lillifee (Bild: Katharina Hengl-Schmidl)

Wenn ihr Interesse an dem 84 seitigem Buch habt, könnt ihr es bei jedem Buchhändler unter folgender Nummer bestellen:

ISBN 3734742560
Viel Spaß beim Stöbern!

 Gruß und Kuss,

PiusLucius

Yoyo – ein Tag im Leben eines behinderten Hundes | PiusLucius

Guten Tag meine lieben Menschen!

Heute darf ich euch schreiben, denn mein jüngeres Frauchen Pia hat mir erlaubt euch einen Tag in meinem Leben mitzunehmen! Ich bin schon ganz aufgeregt!

Nun, es dämmert schon, es ist also schon lange Zeit um die anderen zu wecken, schließlich will ich spielen. Ich mag es wirklich gerne, früh am Tag zu spielen, da bin ich ausgeschlafen und meine Glieder tun mir kaum weh.

Hops, da ist der Ball! Früher hat er Geräusche gemacht, wenn ich auf ihn gebissen habe, allerdings tut er das schon viele Winter nicht mehr.

Yoyo
Ich darf den Ball nicht aus den Augen lassen…

Wenn mich jemand spielen sieht, da wird er sich denken „die Yoyo macht ja gar nichts“ aber dem ist nicht so. Ich schupfe mit einem meiner Frauchen eigentlich jeden Morgen den Ball hin und her und manchmal, ja da laufe ich ihm sogar nach! An guten Tagen kann das sogar recht oft passieren. Und glaubt mir, für meine drei kurzen Beinchen ist das auch schon ganz schön viel! Werdet einmal so alt, wie ich es bin!

behinderter Hund
Schaut mal was für ein tolles Tuch ich da hab

Jetzt ist aber genug, ich habe Hunger! Dummerweise müssen wir Hundemädchen immer vorher mit unseren Menschen raus gehen, um unser Geschäft zu erledigen. Weil ich aber schon alt bin und bei mir in der Popo-Gegend schon viel kaputt war, habe ich im Fliesenzimmer (ich glaube, dass die Menschen es Badezimmer nennen, oder so ähnlich) ein eigenes Klo! Ja ich genieße bei meinen Menschen wahren Luxus.

Trotzdem muss ich auch hinaus, schließlich muss ich ja mein Revier inspizieren. Das ist meine tägliche Pflicht.

Pia trägt mich da hinaus, damit ich meine Kräfte sparen kann.

Nachdem ich alles inspiziert und kontrolliert und natürlich auch markiert habe, geht’s zurück ins Haus, denn dort wartet schon das Frühstück! Morgens gibt es meist richtige Köstlichkeiten. Meine Hundefreundinnen Sweety und Anka stellen sich mit mir gemeinsam und schon bekommen wir etwas – wurde ja auch schon Zeit, bin schließlich schon lange wach und brauche Energie!

Und weil ich jetzt schon so lange wach bin, ist es bereits Zeit für ein kleines Schläfchen – ja so ein alter Hund, wie ich es bin, braucht viel Schlaf.

Yoyo
Es ist Zeit für ein Nickerchen

Wer weckt mich? Oh es  ist Anka! Sie berichtet mir, dass wir gerufen wurden. Das ist lieb von ihr! Schließlich höre ich schon nicht mehr gut und wenn ich schlafe, da merke ich oft nicht mehr, wenn man nach mir verlangt.

Na schauen wir mal, was unsere Menschen mit uns vorhaben!

Scheinbar gehen wir wieder raus. Uns werden die Geschirre angezogen. Unsere Menschen sagen uns immer wieder, dass wir ohne unsere Geschirre nicht aus dem Garten raus dürfen. Sie sagen es ist verboten. Also helfen wir kräftig mit beim Anziehen – ich stecke mein Bein durch die Schlaufe und Pia gibt mir Halt, damit ich nicht umkippe. Auf zwei Beinen kann ich schließlich nicht so gut stehen.

Wir fahren mit dem Auto weg. Juhu! Ich fahre gerne weg und erweitere so mein Revier. Es gibt ja so viel zu entdecken!

Am besten nutze ich die Zeit im Käfig zum Schlafen….

… Oh ich glaube wir sind da! Sind wir da? Ich will raus! Pia! Frauchen! Ich will raus! Jetzt macht schon den Käfig auf! Bitte vergesst mich nicht!

 

Ah, endlich wir werden raus gelassen. Manchmal brauchen diese Menschen echt lange… Wahnsinn!

Na zum Glück haben sie wenigstens meinen Wagen mit. Wisst ihr, den haben mir meine Menschen nach meinem letzten großen Besuch bei der Frau Doktor geschenkt. Ich finde ihn toll. Er ist wie ein Bettchen, nur eben auf Rädern. Wenn ich müde bin darf ich darin geschoben werden.

Yoyo im Hundewagen
Na? Habt ihr auch einen so schicken Wagen?

Hier sind große Steine und es macht Spaß auf ihnen herum zu laufen. Anka und Sweety klettern alleine auf ihnen herum. Das schaffe ich nicht mehr so, aber mit der Hilfe meiner Menschen schaffe ich da auch noch einiges!

Yoyo
He du! Streichel mich!

 

Wieder zu Hause angekommen lege ich mich hin. Ich bin sehr müde …

 

Ich werde aufgeweckt … irgendwie ist mein Popo warm und nass … ui … ich hoffe Pia schimpft nicht, weil ich nicht gespürt habe, dass ich Lulu machen musste …

Sie hebt mich hoch und gibt mir ein Bussi auf den Kopf. Scheinbar ist sie nicht böse auf mich, aber ich fühle mich trotzdem doof. Und meinen Popo waschen müssen wir jetzt auch. Das mag ich gar nicht…

 

Naja, wenigstens gibt es jetzt was zum fressen … das ist sehr gutes Futter!

 

Und jetzt gute Nacht, also macht bitte das Licht aus.

 

Das Tuch haben wir vom Verein Behinderter Hund – Na und?

Wenn Hunde älter werden – PiusLucius

Wenn Hunde älter werden …

Ich verbringe bereits mein ganzes Leben mit Hunden. Ich begleite sie durch ihr Leben, bringe ihnen bei, was man sie so in ihrem Hundealltag alles wissen müssen. Gemeinsam mit ihnen erkunde ich Wald und Wiesen (erst heute habe ich mit meiner Sweety einen Maulwurf beobachtet, wie er sich aus der Erde gegraben hat). Es wird gekuschelt und gespielt, Erbrochenes wird weggewischt und manchmal, da ärgere ich mich auch über meine Banditen.

Hunde werden aber auch älter. So wie wir Menschen, nur eben schneller. Um die Schnauze wachsen die ersten grauen und weißen Haare. Spaziergänge machen schneller müde und allgemein ist der Liebling nicht mehr ganz so fit wie früher.

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Wir Hundebesitzer passen das Leben dann dem geliebten Vierbeiner an. Wir tragen sie das Stiegenhaus hoch und besorgen Hilfsmittel. So steht dann vielleicht anschließend an der Wohnzimmerbank eine kleine Treppe, damit Herr oder Frau Wuff ohne Probleme rauf und runter kann. Im Auto ebenso – so eine Rampe mit sich rumzuführen tut ja niemandem weh, Hauptsache Oldie kommt besser in den Kofferraum.

Die Probleme sind aber durch diese Anschaffungen nicht gelöst. Unsere Lieblinge sind anfälliger für Verletzungen und Krankheiten. Die Wehwehchen häufen sich und so kommen auch sie Sorgen.

Ich weiß, dass es einmal ein Ende haben wird. Ich musste bereits geliebte Fellnasen verabschieden. Trotzdem ist da etwas in mir, das sich gegen diese Gedanken sträubt – und zwar kräftig! Sie dürfen nicht gehen, oder? Aber sie werden es tun und immer wenn ich diese Gedanken nicht mehr abwehren kann, dann überkommt mich ein so schweres Gefühl von Traurigkeit, dass mir meistens die Tränen kommen.

So geht es wohl vielen Hundebesitzern, deren Vierbeiner in die Jahre kommt. Die meisten von ihnen sind dann auch so fair und passen ihr Leben dem Oldie an. Schließlich ist es für den Menschen „nur“ ein Abschnitt in seinem Leben, aber der gesamte Lebensabend des Hundes.

Wie dieses Anpassen aussieht muss man ganz individuell betrachten und entscheiden.

Welche Bedürfnisse hat der alte Hund?

Was kann er nicht mehr?

Was braucht er?

Wie kann man ihm helfen?

All das sind Fragen, die man sich immer wieder stellen muss und danach handeln sollte.

Ich habe beispielsweise mit meiner ältesten Hündin feste Rituale, weil sie die einfach braucht, um sich orientieren zu können. Auch hat meine, früher unerschrockene, Lady Yoyo mittlerweile panische Angst vor Gewittern oder Feuerwerken, weshalb es gerade jetzt im Sommer immer wieder sein kann, dass wir nachts am Boden sitzen und kuscheln, denn das beruhigt sie.

Auch wenn ich manchmal durch den bereits dementen Hund genervt bin, weil sie mich einfach nicht meinen Kram machen lässt, sie sich auf die anderen Hunde im Haushalt drauf setzt oder sonst wie keine Ruhe gibt, versuche ich möglichst fair zu bleiben. Sie kann ja schließlich nichts dafür und wenn ich ehrlich bin ist meine Oma ähnlich. Die wohnt hier aber nicht und ist nicht so sehr auf mich angewiesen.

Aber ja manchmal bin ich mit den Nerven so gut wie am Ende…und da muss ich mir selbst immer wieder sagen, warum ich das mache: Weil ich meine Hunde liebe!

Es ist nicht immer einfach einen alten Hund zu haben, aber ich glaube, jeder der seinem Hund auch im Alter noch mit Respekt begegnet wird merken, dass sich all diese Mühe lohnt.

 

Alles Liebe,

PiusLucius

 

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Ich bewerfe meine Hunde – und stehe dazu!

 

Ich habe einen ziemlich hohen Verbrauch an Wattebällen. Schließlich habe ich drei Hunde, die ich täglich damit bewerfe, da summiert sich die Menge mit der Zeit ganz schön. (Das ist bildhaft zu sehen und generell übertreibe ich bei manchen Beiträgen gerne, ihr lieben Leser.)

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Und ganz ehrlich? Ja, ich mache das auch in der Öffentlichkeit und schäme mich nicht dafür. Zwar werde ich oft genug angegiftet, schließlich hinterlasse ich ja einiges auf der Straße und dadurch sieht es im Sommer auch oft nach Neuschnee aus. Zudem hätte ich keine Ahnung von Hunden und meine Lieblinge würden unter meiner unsicheren Hand leiden.

Aber ich halte dagegen.

Meine Hunde dürfen vor mir durch die Türe gehen und liegen auch auf dem Sofa. Bis jetzt haben sie noch nicht versucht die alleinige Herrschaft zu übernehmen und ich glaube auch nicht, dass dies in nächster Zeit passieren wird.

Sie sehen mich nicht als Alpha – Tier und das ist mir auch mehr als recht. Ich bin ja nicht der Rudelführer (den es ja sowieso nicht gibt). Was aber nicht heißt, dass meine Hunde keine Regeln kennen. Ganz im Gegenteil. Sie wissen sehr wohl, wie sie sich zu Benehmen haben. Und wenn ich ihnen sage, dass sie sich setzen sollen, dann setzen sie sich.

Und um zu üben wird bei uns nun mal viel mit positiver Verstärkung gearbeitet. Das motiviert zum guten Benehmen.

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Anka traut sich, durch ihr Vertrauen zu uns und ihr dadurch wachsendes Selbstvertrauen, Neues zu erkunden und lässt ihre schlimme Vergangenheit so Schritt für Schritt hinter sich und lebt ein glückliches Hundeleben

 

Und sie haben Vertrauen zu mir. Sie wissen, dass ich nichts tue, was ihnen schaden würde. Besonders meine kleine Anka vertraut mir und meiner Mutter quasi blind. Anderen Menschen übrigens nicht, da ist sie sehr skeptisch und lässt uns nicht aus den Augen, damit wir ihr Sicherheit bieten können.

Ja gut, wir sind „Leckerliemaschinen“ und es ist in meinen Augen auch nichts Verwerfliches daran. Belohnungen sind eine gute Motivation, sich zu bemühen. Wir Menschen sind da ja auch nicht wirklich anders. Und Vertrauen macht das Leben miteinander einfach viel schöner.

Warum sollte ich also meine Hunde unterdrücken wollen? Da werfe ich lieber mit Watte.

 

Gruß und Kuss,

PiusLucius

 

(Ja, dieser Beitrag ist recht schwarz-weiß geschrieben. Ich weiß natürlich, dass es in dieser Welt viel mehr gibt. Ich schlage auch schon mal einen strengeren Ton an, wenn meine Fellnasen gerade ihren eigenen Willen durchsetzen wollen. Also ruhig Blut ihr Lieben 😉 ) 

 

Werft ihr auch mit Watte?