Alles verändert sich – Gefühlskarussell

Momentan steht alles Kopf und so ist es auch in mir drinnen gerade einfach ein Chaos.

Es ist so vieles passiert in den letzten Monaten, dass ich entschlossen habe, dass es wieder ein Gefühlskarussell geben soll. Das Format, in dem ich ganz offen und ungeschönt über meine Gefühle schreibe.

 

Nachdem das Semester aus war und ich viel Zeit zu Hause verbrachte, kamen alte Gedanken, Vorstellungen und Gefühle hoch. Ich war am Verzweifeln, denn meine Therapeutin war gerade in Sommerpause gegangen und obwohl ich weiß, dass ich sie auch da jederzeit kontaktieren kann, wenn ich sie brauche, habe ich das vorerst nicht gemacht. Es widerstrebt mir irgendwie sie anzurufen oder ihr zu schreiben, wenn sie sich gerade frei genommen hat.

Irgendwann meldete ich mich dann doch bei ihr. Sie gab mir ein paar Kontakte durch, an die ich mich im Notfall wenden sollte, was ich dann auch gemacht habe, denn ich spürte immer mehr, wie ich wieder in alte, schädliche Muster verfiel.

 

Im Juli verstarb dann meine geliebte Yoyo und das Loch, das sie in mir hinterlassen hat, ist immer noch eine klaffende Wunde. Dabei habe ich bereits in einigen Therapiesitzungen und auch in der Selbsthilfe darüber gesprochen.

Es war auch kein plötzlicher Tod. Yoyo wäre jetzt 15 und das obwohl sie als Welpe als Lebenserwartung etwa fünf bis maximal sieben Jahre prognostiziert bekam. Ja, im Alter war sie nach einem Schlaganfall schon etwas schief und auch die Demenz hat ihr und uns einige Steine in den Weg gelegt, aber sie war trotzdem ein glücklicher kleiner Hund.

Ihr Tod war also abzusehen und trotzdem hat es mich innerlich zerrissen, als sie auf meinem Schoß aufgehört hat zu atmen.

Zwei Tage lang lag ich eigentlich fast nur um Bett. Hätte ich meine anderen Hunde nicht, um die ich mich kümmern musste und denen ich den Schmerz nehmen wollte, wäre ich wohl noch länger liegen geblieben.

 

Dann beschlossen mein Liebster und ich, dass ich zu ihm ziehen würde.

Denn Yoyo war es gewesen, die mich bisher daran gehindert hat, zu ihm zu ziehen. Sie war schon so pflegebedürftig, dass ich sie nicht einfach mitnehmen hätte können, aber so auf mich bezogen, dass es auch keine Option gewesen war, sie bei meiner Mutter zu lassen.

Und ich brauchte eine Veränderung, die ich selbst in die Wege leiten konnte und mir nicht einfach vom Schicksal vor die Nase gesetzt bekam.

Natürlich habe ich mich über den Entschluss gefreut. Aber dann überkamen mich Ängste und Schuldgefühle.

Was, wenn die Beziehung nicht mehr funktioniert, wenn ich mit Davor zusammen ziehe? Trennen wir uns dann?

Und ist es nicht gemein Yoyo gegenüber, die Situation mehr oder weniger auszunutzen?

 

Sollte ich nicht lieber trauern, anstatt einen Umzug zu planen?

Das waren die Fragen, die sich immer mehr in mein Gehirn brannten, bis ich nicht mehr schlafen konnte und wieder instabiler wurde.

Immer mehr Ängste und Befürchtungen kamen auf und endlich kam der Tag, an dem ich nach der Sommerpause wieder bei meiner Therapeutin war.

Allerdings hatte ich mich in den Tagen und Wochen zuvor schon bei Freunden so weit geöffnet, dass es bei der Therapie gar nicht mehr so schwierig war auszusprechen, was gerade alles in meinem Kopf vor sich geht.

 

Nach und nach ging es mir besser.

Der Rest des Sommers verging und jetzt stand der Umzug schon vor der Tür. Nochmal überfielen mich meine Ängste. Ich konnte nicht schlafen und manchmal musste ich ganz plötzlich weinen. Zum Beispiel im Supermarkt, weil ich nicht gleich fand, was ich wollte.

Plötzlich war ich wieder total instabil. Meine innere Anspannung stieg immer wieder stark an, ich war schreckhaft und ängstlich. Die „kleine Pia“ in mir drängte sich in den Vordergrund.

 

Nach außen hin wirkte ich wohl auch ziemlich launisch. Naja, ich war es auch.

Jetzt wohne ich seit drei Wochen mit meinem Liebsten zusammen und ich merke, wie ich immer entspannter werde. Klar gibt es so Tage wie heute, an denen ich in nicht so guter Stimmung bin, aber das wird es immer geben und das ist auch okay so.

Ganz zu Beginn war es auch schwierig für mich, wirklich jede Nacht jemanden neben mir im Bett liegen zu haben, aber auch hier freue ich mich mittlerweile, dass ich jede Nacht die Möglichkeit habe, mit meinem Freund zu kuscheln.

Ich vermisse auch Anka und Flocke, die Hunde, die bei meiner Mama geblieben sind, ganz schrecklich. Dabei sehe ich sie mehrmals in der Woche.

 

Die verschiedensten Gefühle prasseln teilweise im Minutentakt auf mich ein und ich freue mich ehrlich auf die nächste Therapie-Einheit …

 

Gruß und Kuss,

PiusLucius

Trotz Angststörung aufs Festival

Ein Festival kann eine echt coole Sache sein, wenn man das richtige für sich gefunden hat.

Wenn man allerdings eine Angststörung hat, kann so ein Festival aber eine sehr große Herausforderung werden.

Ich habe es gewagt und bin dieses Jahr aufs Nova Rock gefahren. Das letzte Mal war ich im Jahr 2015 dort.

Seither hat sich einiges in meinem Leben geändert. Zwischendurch ging es mir so mies, dass ich nicht mal mit den Öffis fahren konnte. Zu der Zeit war es unmöglich, auf eine Veranstaltung wie diese zu gehen und lange dachte ich, ich würde nie wieder auf ein Konzert oder gar ein Musik-Festival gehen können.

Aber ich wollte so gerne wieder auf ein Festival. Trotz meiner Probleme mit der Angst.

Mittlerweile geht es mir um ein gutes Stück besser, doch topfit ist meine Psyche in dieser Hinsicht trotzdem nicht. Gerade in Menschenmengen bin ich relativ anfällig für Panikattacken.

Deshalb konnte ich natürlich nicht unvorbereitet losfahren.

Wie ich euch bereits in einem älteren Beitrag erzählt hatte, war ich im Laufe der letzten Jahre immer wieder auf kleinen Konzerten und habe dort meine persönlichen Grenzen Schritt für Schritt erweitert. Auch bei anderen Veranstaltungen (oder einfach am Wochenende auf einer Einkaufsstraße) konnte ich „üben“.

Besonders seit dem Kauf der Tickets waren meine Gedanken oft bei meinen ganz persönlichen Vorbereitungen für das Festival und scheinbar waren diese nicht umsonst, denn bis auf einen kleinen Zwischenfall (in der Zuschauermenge überfiel mich einmal plötzlich die Angst, doch sobald ich aus dem regen Treiben etwas draußen war, konnte ich langsam wieder herunterfahren) lief alles sehr gut!

Deshalb möchte ich mit euch ein paar Punkte teilen, die ich befolgt habe und von denen ich überzeugt bin, dass sie auch dem einen oder anderen meiner Leser helfen könnte, trotz Angst eine so große Veranstaltung genießen zu können.

Sich gut vorbereiten

Ich habe ja schon erwähnt, dass ich mich auf das Festival besonders gut vorbereitet habe. Schließlich wollte ich so wenig Risiko wie möglich eingehen. Ich habe die Gegebenheiten des Geländes studiert und sowohl mit meinem Liebsten, als auch mit meiner Therapeutin besprochen, wo „Gefahren“ lauern können und wie ich mit verschiedenen Situationen umgehen kann.

Begleitung einweihen

Auf ein Festival fährt man selten alleine, besonders dann nicht, wenn man an einer Angststörung leidet.

Da ist es besonders wichtig, dass man seine Begleitung einweiht. Woher sollen die anderen denn wissen, was los ist und was zu tun ist, wenn man plötzlich eine Panikattacke bekommt?

Auch wenn es vielleicht etwas schwer fällt: Den Freunden Bescheid geben ist Gold wert, denn das Wissen, dass die anderen richtig reagieren können, gibt schon sehr viel Sicherheit.

Dieses Abenteuer bin ich mit meinem Liebsten und einem befreundeten Pärchen angegangen.

Mein Liebster weiß natürlich, wie es mit meinen Ängsten aussieht und obwohl meine beiden Freunde grundsätzlich wissen, dass ich mit der Angst das eine oder andere Problem habe, habe ich sie extra für das Festival noch einmal gebrieft.

Erprobte Skills mitnehmen

Skills sind eine tolle Sache, denn so werden (unter anderem) Gegenstände oder kleine Übungen, die einen in eine „akzeptable“ Anspannung bringen können.

Ein Festival ist für die meisten von uns eine Ausnahmesituation und da ist es durchaus empfehlenswert, die eine oder andere Sache mit dabei zu haben. Bei mir waren es zum Beispiel ein kleiner Knetball und ein Ätherisches Öl, welches ich mir auf ein Wattepad tropfe. Auch ein paar mentale Übungen trage ich in solchen Fällen quasi mit mir mit.

Was man mitnimmt sollte allerdings erprobt sein, denn im Falle einer Panikattacke sollte die Anwendung ihren Nutzen zeigen.

Einen Notfallplan bereit haben

Selbst für Menschen ohne Angststörung kann ein Festival sehr stressig werden. In dem Fall hat man aber eher selten einen Notfallplan an der Hand.

Für mich war ein solcher Plan allerdings sehr wichtig. Er gab mir viel Sicherheit, denn ich wusste in jedem Moment, dass ich, sollte es mir zu viel werden, ihn einfach nur Schritt für Schritt abgehen musste.

Ich wusste, in welcher Tasche ich meine Skills hatte und dass meine Freunde auch wusste, wo mein Notfallsmedikament war. Außerdem hatte ich eine Reihe von Telefonnummern (unter anderem von meiner Therapeutin), die ich anrufen konnte. Und auch die Möglichkeit nach Hause zu fahren bestand jederzeit.

Ruhepausen einplanen

Auch wenn es auf einem Festival eine gar nicht so leichte Aufgabe ist, zur Ruhe zu kommen, ist es wahnsinnig wichtig. Selbst wenn man kein Problem mit der Angst hat!

Wir haben uns für unser Lager ein Plätzchen relativ am Rand des Geländes gesucht und dort verbrachte ich auch regelmäßig Zeit damit, die Augen kurz zu zumachen, auch ohne zu schlafen, und meine Anspannung etwas abfallen zu lassen.

Wäre das nicht möglich gewesen und meine Anspannung wäre zu hoch geworden, wäre ich mit meinem Liebsten zum Auto und für ein oder zwei Stunden ein paar Kilometer vom Trubel weggefahren.

Feiern – aber ohne Alkohol

Alkohol (und auch andere, nicht legale Substanzen) kann die Stimmung verstärken. Es ist also keine gute Idee, etwas zu trinken, wenn man an posttraumatischen Belastungsstörungen oder einfach an einer Angststörung leidet.

Mit alkoholfreien Getränken macht das Feiern genauso Spaß!

Trotz Angststörung am Festival
Durch ein paar Maßnahmen konnte ich das Festival wieder richtig genießen!

Gruß und Kuss,

PiusLucius

Advent – Gefahrenzeit für Hunde

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt!

Der Advent ist für viele eine wunderbare Zeit. Es wird gebacken, gebastelt, gesungen… Aber die Zeit, die für uns so wunderbar sein kann, kann für unsere geliebten Vierbeiner zur gefährlichsten Zeit im Jahr werden.

Hier habe ich einige Infos zusammen getragen, damit auch euer Advent nicht zum Horrortrip mit dem Hund wird.

giftiges Grünzeug

Haustiere knabbern gerne Pflanzen an, oder nehmen Blätter bzw. Nadeln auf, die auf den Boden fallen. Unter anderem folgende Pflanzen werden in der (Vor-)Weihnachtszeit gerne zur Deko verwendet, sind aber giftig für den Hund:

Weihnachtsstern

Schön anzusehen, aber falls Hund oder Katze von der Pflanze naschen, kann dies zu Entzündungen und Blasenbildung im Maul, zu Durchfall, Bewegungs- und Kreislaufstörungen sowie zu Atemnot führen. Der in den Blättern enthaltene weiße Saft ist giftig und wirkt stark reizend. Somit kann er starke Vergiftungen beim Haustier hervorrufen.

Eibe

In unserer Natur eine der giftigsten Pflanzen.

Erkennbar an den grünen Nadeln und roten Beeren, welche im späten Herbst enstehen  – vor allem die Beeren sind gefährlich, da diese die giftigen Samen enthalten, die bereits in kleinen Mengen bei Hunden zum Tode führen können.

Buchsbaum

Die Blätter lösen bei Ihrem Haustier starke Magenreizungen und großes Unwohlsein aus. Besonders die eintretenden Atembeschwerden machen dem Tier zu schaffen.

Dekofalle

Die immer länger werdenden Abende werden oft und gerne zum Basteln genutzt. Mache ich auch sehr gerne! Aber Hundehalter (generell Tierhalter) müssen aufpassen:

Kleine Splitter, Schnipsel, Kunststofffetzen etc. können im Ernstfall tödlich enden für unsere Liebsten.

Achtet darauf, dass sie nichts erwischen. Falls doch etwas verschluckt wird → am Ende des Beitrags findet ihr Erste-Hilfe-Tipps.

tödliche Weihnachtsbäckerei

Generell ist Süßes nichts für Hunde. Wer also grundsätzlich darauf achtet, dass der Hund nichts von der Weihnachtsbäckerei erwischt, ist auf der sicheren Seite. Bei folgendes Zutaten müsst ihr aber auf alle Fälle acht geben:

Birkenzucker (Xylit[ol]) – absolutes Gift für Hunde!

Bei Hunden führt Xylitol zu einer starken Ausschüttung von Insulin, die wiederum zu lebensbedrohlichen Hypoglykämien (Abfall des Blutzuckerspiegels) führt. Auch kann es zu schweren Leberschäden bis hin zu einem tödlichen Leberversagen kommen. Als tödliche Dosis gilt für einen Hund etwa 3-4 Gramm Xylitol pro Kilogramm Körpergewicht. (Quelle: http://www.vetzentrum.de)

Rosinen

Weintrauben (und somit auch Rosinen) sind pures Gift für Hunde, auf welches sie mit Erbrechen, Durchfall, Magenkrämpfen und Zittern reagieren können. Bei zu hoher Aufnahme, kann ein Nierenversagen oder sogar der Tod folgen.

Weintrauben und Rosinen sind regelrechtes Gift für Hunde. Nach dem Verzehr der süßen Früchte können Hunde mit Erbrechen, Durchfall, Magenkrämpfen und Zittern reagieren. Bei einer hohen Dosierung kann die Aufnahme ein Nierenversagen verursachen und sogar tödlich verlaufen.

Zimt

Falls Hund (oder Katze) viel von dem Gewürz verschlucken (oder an Zimtöl lecken), kann es zu lokalen Schleimhautreizungen, Erbrechen oder Benommenheit kommen – Nicht schön, oder?

Also die Gewürze am Besten außer Reichweite aufbewahren.

Schokolade

In Schokolade (besser gesagt im Kakao) ist Theobromin enthalten. Dieses führt beim Hund zu einer Überstimulation des Nervensystems.

Die Aufnahme dieses Stoffes hat (auch auf längerem Zeitraum verteilt!) diese Folgen:

  • Über-Nervosität
  • Herzrasen

Letzteres kann zum Tod führen. Wenn euer Hund Schokolade aufnimmt, kontaktiert euren Tierarzt!

Weitere Infos findet ihr hier.

(Im Internet gibt es viele tolle Rezepte für Weihnachtskekse für Hunde – falls ihr euren tierischen Freunden doch etwas zu naschen geben wollt)

Brandgefahr

Adventkränze, Weihnachtsbäume, Duftkerzen, … in der Vorweihnachtszeit werden viele kleine Flammen entzündet.

Hübsch, nicht wahr?

Aber im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich! Gerade junge Hunde sind neugierig und werfen so auch mal etwas um, oder auch im Vorbeigehen kann ein Hund mit der Rute zu nah an die Flammen kommen.

Auf keinen Fall sollten die Tiere mit offenen Flammen allein gelassen werden (auch nicht  „einfach kurz aus dem Raum gehen“)!

Noch besser bieten sich künstliche – mit Batterie betriebene – Kerzen an. Da kann nichts passieren.

Silvester naht

Wenn Weihnachten vor der Tür steht, dann rückt auch der Jahreswechsel immer näher und wir wissen alle, dass nicht nur in der Silvesternacht Böller fliegen. Hier in der Großstadt ist es so schlimm, dass ich Sweety bereits Ende November am Sicherheitsgeschirr führe.

Aber auch bei Hunden, die an sich schussfest sind, kann ich nur an die Vernunft der Hundehalter appellieren:

Bitte sichert eure Hunde um die Zeit rund um Silvester!

Jeder kann sich mal erschrecken und wenn der Hund in Panik verfällt, dann kann eine Leine Leben retten (nicht nur das des Hundes … stellt euch vor, er rennt vor ein Auto und der Fahrer versucht noch auszuweichen…)

Erste-Hilfe-Tipps

  • Wenn der Hund etwas Spitzes oder Scharfkantiges geschluckt hat (oder ihr es einfach vermutet) sofort rohes Sauerkraut füttern. Das Kraut wickelt sich im Verdauungstrakt um den Gegenstand, wodurch er, meist ohne weitere Schäden, den Darmtrakt wieder verlassen kann. Trotzdem sollte man zur Sicherheit auch den Tierarzt kontaktieren.
  • Wen der Hund etwas Giftiges gefressen haben könnte bzw hat, dann hilft Aktiv-Kohle, diese bindet (schwächere) Giftstoffe. Zur Sicherheit sollte man sich danach sofort mit der Giftnotrufzentrale oder dem Tierarzt in Verbindung setzen.

 

Ich wünsche euch eine besinnliche Weihnachtszeit!

Gruß und Kuss, 

PiusLucius

Bin ich unglücklich? – Gefühlskarussell

Hallo ihr Lieben!

Heute nehme ich euch wieder mit in mein Gefühlskarussell. Zur Zeit ist es eine richtige Achterbahn und ich hoffe, dass sich das bald wieder legt.

Was ist los?

Es hat mehrere Gründe, warum ich momentan so aufgewühlt bin. Einer dieser Gründe ist der enorme Prüfungsstress, in dem ich zur Zeit stecke. Die Zeit für mich kommt daher viel zu kurz und ich laufe auf Hochtouren. Selbst wenn ich nicht gerade über meinen Skripten hänge, rotieren meine Gedanken.

Schaffe ich das alles?

Was passiert, wenn ich es nicht schaffe?

Wie geht es weiter?

Was könnte ich besser machen?

Wann kann ich wieder in den Reitstall?

Wie mache ich mit dem Blog weiter?

 

Und manchmal ist mein Kopf einfach leer. Wahnsinnig leer.

Bin ich unglücklich?

Nicht nur meine Gedanken kreisen, auch meine Gefühle erleben eine Achterbahnfahrt.

In einem Moment bin ich einfach gestresst und im nächsten bin ich unglücklich. Aber bin ich wirklich unglücklich? Im nächsten Augenblick bin ich schließlich einfach wahnsinnig froh.

Auch die Hochspannung, die ein Symptom meiner Borderline-Erkrankung ist, macht mir in letzter Zeit Probleme. Allerdings habe ich sie noch unter Kontrolle.

Doch nicht nur die Hochspannung ist momentan Thema. Nein, auch die Angst, besser gesagt die Panikattacken, haben sich wieder zurück gemeldet. Warum sie wieder da sind? Vielleicht, weil ich vor kurzem eine Retraumatisierung hatte. Oder weil ich momentan nicht die Zeit habe, mich so um mich selbst zu kümmern, wie ich es eigentlich bräuchte. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem.

Trotzdem froh?

In den Zeiten, in denen es mir nicht so gut geht, merke ich schnell, wie froh ich um so manchen Menschen in meiner Umgebung bin.

Ich bin froh über meine Mutter, die mich aus dem Bett katapultiert und mir auch manchmal ein Spiegel ist, wie ich gerade drauf bin.

Ich bin froh über meine beste Freundin, die mir zur Seite steht, wenn sonst niemand da ist.

Ich bin froh über meinen Liebsten, der mir nicht böse ist, wenn ich ihn angrantl, weil ich mit der Gesamtsituation unzufrieden bin und einfach motzen will.

Ich bin froh über meine Therapeutin, die sich gefühlt jedes mal das Gleiche anhören muss, wenn ich zu ihr komme.

Früher war ich in den Momenten, in denen ich am Boden war, gar nicht mal so froh über all das. Ich konnte nicht erkennen, wie viel mir gegeben wurde. Jedes Wort hörte sich für mich an wie pure Kritik an meiner Person. Doch heute versuche ich ein bisschen Abstand zu nehmen. Quasi meine Situation von außen  zu betrachten.

Das, in Kombination mit vielen wertvollen Gesprächen und einer guten Form der Selbsthilfe, gibt mir Hoffnung. Ich weiß, dass es wieder besser werden wird. Und wenn nicht, habe ich immer einen Notfallplan.

 

Hier könnt ihr noch die anderen Beiträge zum Gefühlskarussell lesen, wenn es euch interessiert, was so in der Welt einer psychisch Kranken passiert.

Panik und Selbsthass

Depressive Phase?